Live-Reviews

Up From The Ground

26.08.2005 bis 27.08.2005, Gemünden, Mainwiesen

Freitag 26.08.05

Nach einigem Chaos wurde die Anfahrt per Zug von Bebra aus angetreten. Süffer hat Launi und mich nach Bebra gefahren, vonwo es mit dem Zug über Fulda nach Gemünden ging. Auf dem Bahnhof in Fulda haben wir die ersten Mitstriter gefunden, die auch nach Gemünden wollten. Ca. 20 Metalheads traten dann gegen 11:55 die Zugfahr an, die um 12:55 in Gemünden endete. Kurz vor Gemünden haben wir das Festivalgelände passiert und was wir so sahen, sah wirklich vielbversprechend aus.
In Gemünden angekommen hatten Launi und ich keine Lust zu Fuss zu gehen und so haben wir versucht ein Taxi zu organsieren, was uns allerdings nicht gelang. Als wir die Taxinummer anriefen, meldete sich nur die Mailbox, also machten wir uns zu Fuss los. Gerade als wir an der Fußgängerampel standen, sagte ich noch zu Launi: »Jetzt könnte der Judge ja mal vorbeifahren und uns mitnehmen«. Keine 30 Sekunden später rollt ein gelber Mazda an und wer saß drinne? Der Judge. Hut ab. Also gings im Auto weiter und nach fünf Minuten erreichten wir den Campground. Danke nochmal an Judge, der nur auf der Durchreise war.
Am Einlass zum Campingplatz gab's keine Probleme. Unsere zwei Bierflaschen lieferten wir gleich bei der Security ab und so konnten wir schnell passieren. Nach einem kurzen Telefonat mit Dreamer hatten wir auch ihn lokalisiert und wir stellten unser Zelt neben seins.
An der Kasse gabs auch keine Probleme und so bekamen wir schnell unsere Bändchen und ab gings aufs Gelände. Am Bierstand das erste Problem. Bier nur gegen Chips. Wir versorgten uns mit Chips und im Nachhinein war diese Lösung echt ok. Die Wartezeiten am Bierpils und am Essenstand waren absolut ok und so konnte es losgehen.
Selaiah und Antichrist haben wir erstmal verpasst, so dass die erste Band, die wir sahen Fearer war.

Fearer

Fearer habe ich das erste Mal geshen und sie haben in Ihren Death Metal in ordentlicher Florida Death Metalmanier runtergespielt.

Delirium Tremens

Als nächste Band waren Franken Delirium Tremens an der Reihe. Es gesellten sich drei Kuttenträger auf die Bühne und ab ging ein Feuerwerk a la 80er Jahre Thrash Metal. Als allerdings der Gesang einsetzte sahe ich neben mir einige verstimmte Gesichter. Der eunuchige Gesang war auf die Dauer etwas nervig, so dass ich mir doch lieben nen paar Bierchen gegönnt habe, als mir das Set anzuschauen.

Dark Fortress

Die erste und einzige Pandbär Fraktion war nun an der Reihe. Die deutsche Black Metal Hoffnung lieferte einen amtlichen Auftritt und Azathoth schrie sich zur besten Kaffezeit die Seele aus dem Hals. Ich gönnte mir dann wieder nen Bier und so war der Start für einen schönen Nachmittag gegeben.

My Darkest Hate

Beim Gig von My Darkest Hate war ich recht verwundert, dass der dicke Bassmann nicht auf der Bühne stand oder hatte ich da was verwechselt??? Die Band, in der einige Sacred Steel Mitglieder ihre Death Metal Neigung ausleben, konnten mit Ihrer Obituary/Bolt Thrower lastigen Mucke überzeugen.

End Of Green
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End Of Green

Mit ihrem neuen Album »Dead End Dreaming« konnten End Of Green schon eine Woche zuvor auf dem Summer Breeze überzeugen und obwohl die Band nicht wirklich ins restliche Programm gepasst hat, konnten auch End Of Green vor allem die weiblichen Fans überzeugen.

The Duskfall
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The Duskfall

Mit Spannung hatte ich den Auftritt von The Duskfall - gegründet von dem Ex Gates Of Ishtar Gitarrist Mikael Sandorf - gewartet, da ich sie schon auf dem Party San 2004 verpasst hatte. Mit ihren drei Scheiben im Gepäck wurde ein ordentliches »swedish melodic death metal« Brett gefahren, das gut ankam. Vor allem das Schlagzeugspiel von Urban Carlsson war sehenwert und Sänger Kai Jaakkola hatte sichtlich Spass mit dem Publikum und es ließ es sich auch nicht nehmen, ein paar Erinnerungsfotos von demselbigen zu knipsen.

Primordial, Belphegor und Ektomorf habe ich mir geschenkt, da mal wieder Zeit zum Biertrinken war

Ensiferum

Nachdem Petri letzte Woche noch mit seiner eigentlichen Band Norther auf dem Summer Breeze unterwegs war, trat er auf dem UFTG in seinem gewohnten Ensiferum Cowboy Hut Look auf. Ensiferum sind live immer geil und mit ihrem Vikin Death Metal mit einigen Folk Einlagen leicht verdaulich, so dass Tanzstimmung aufkam. Bei den schnelleren Liedern, wie »Iron« und »Hero In A Dream« geht von Anfang an die Post ab, während bei »Tale Of Revenge« leichte Schunkelstimmung auftritt, bevor die Post abgeht. Bei Ensiferum live kann man nicht viel verkehrt machen und entsprechend liessen sie sich auch feiern.

Napalm Death

Kurz vor zwölf war es dann soweit: »We are Napalm Death from Birmingham England«. Schön über ein Dutzend Mal habe ich diesen Satz gehört und live immer noch der absolute Brecher. Wie bereits auf dem Party San am zweiten Augustwochende liess der Sound zu wünschen übrig. Damals dachte ich noch an wirkliche Soundprobleme aber immer wenn Napalm Death nur zu viert spielen (egal ob Shane Bass fehlt oder eine der beiden Gitarren) fehlt der richtige Druck. Nichtsdestotrotz wurden alle Klassiker, wie »Suffer The Children«, »Breed The Breath«, »Scum« oder »Siege Of Power« gespielt. Zum Abschluss wurde mit »Nazi Punks Fuck Off« wie immer ein deutliches Statement gesetzt.

Das Gelände leerte sich recht zügig und dann stellte ich das erste echte Manko des Up From The Ground fest. Gestärkt durch einige Bier und einen ordentlichen Appetit steuerte ich den Food Bereich an und musste feststellen, dass es keine Pommes gab. Wie kann das sein? Nachdem ich meinen Unmut äusserte und mich deswegen der Bratwurst Bräter fast mit der Grillzange angegriffen hätte, verschlang ich nen Hamburger und konzentrierte mich wieder auf das was ich den Abend am Besten konnte: Biertrinken. Nachdem gegen 2:30 so ziemlich alle Buden geschlossen hatten und es auch kein Partyzelt gab, machte ich mich auf dem Weg zu meinen Zelt und schlief ohne nervige Helga und Slayer Schreie recht schnell ein.

Samstag 27.08.2005

Nach einem Kaffee am Zelt gings erstmal in die City, bzw. den ca. fünf Minuten entfernten Edeka Markt. Nebendran in einem Kleinen Café wurde erstmal amtlich Leberkäse mit Ei und Pommes (!) mit Mayo gefrühstückt. Gegen 12:30 Uhr gings dann zurück aufs Gelände, um sich die ersten Bands anzuschauen.

Fragmentory

Den Auftakt machten die Ex R:O:T:S. Death-Thrash Metaller von Fragmentory mit dem Ex-Basser von Final Breath. Angesichts der frühen Stunde war auf dem Gelände noch nicht allzuviel los, was der Truppe den Spass an der Sache aber nicht nahm.

Path Of Golconda

In der Umbaupause tummelten sich ein Schwung Path Of Golconda Jünger vor der Bühne, die während des Gigs die Jungs antrieben. Die Death-/Thrash Songs konnten mich nicht überzeugen, trotzdem wurde der professionelle Auftritt von anderen abgefeiert und am Ende waren sogar Zugaeberufe waren zu vernehmen.

Disinfect

Laut UFTG Info sollten hier alle Death Metal Fans der amerikanischen Prägung bedient werden. Vor der Bühne wurde es wieder leerer und ich holte mir erstmal nen Wasser. Die Songs - von vielen Blastparts unterlegt - wurden mit der Zeit etwas eintönig und so beschwerte sich auch niemand, als die Band die Bühne wieder verliess.

Dark Age
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Dark Age

Mit Dark Age kam das erste Highlight für mich an diesem Tag. Vor der Bühne der Pinneberger sammelten sich schnell einige Leute, um beim Gig richtig abzugehen. Der melodiöse Death Metal kam zu der frühen Zeit gut an und vor der Bühne war auch der erste Moshpit zu sehen. Die Stimmung nahm auch keinen Abbruch, als Eike bei einer Ansage kurz seine Gitarre fallen lies. Neu angegurtet gings aber sofort weiter.
Am Ende des Gigs war sogar noch Zeit über, so dass Dark Age eine »Zugabe« spielen konnte. Die Songauswahl ähnelte der in Osterode und so hörte man Songs vom aktuellen Longplayer, wie »Neurosis 404« und »Dare The Collapse«, sowie Songs von meinem Lieblingsalbum »The Silent Republic« »Lost Words«, »Suicide Crew« und den Titeltrack der Scheibe.

Hatesphere
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Hatesphere

Die dänischen Hatesphere liessen bei Ihrem Gig nichts anbrennen und es gab ne gehörige Dröhnung Metalcore. Der Fronter Jacob lies sich gebührend feiern und liess es sich auch nicht im Photograben die Nähe der Fans zu suchen und auch mal ein Bad in der Menge zu nehmen, was die Fans mit der gebührenden Stimmung honorierten. Die Stimmung wurde von Song zu Song besser und bei einem Song zitierten die Jungs einen Zuschauer samt Plastegitarre auf die Bühne, so man einen Song sogar mit drei »Gitarren« spielte. Partystimmung pur.
Die Party wurde von Jacob nach dem Set gebührend weitergefeiert, so dass man ihn schonmal auf allen Vieren und die Hosen in den Knieskehlen hängend auf dem Gelände antraff. Ich hoffe der Kopf war am nächsten Tag nicht allzu dick.

Heaven Shall Burn
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Heaven Shall Burn

Bei Heaven Shall Burn setzten meine Batterien aus, so dass ich vom Gig nicht viel mitbekommen habe. Mich überraschte allerdings das Coroner Shirt des Gitarristen und so wurden neben dem zu erwarteten Metalcore auch einige solide Gitarrenriffs in die Songs eingestreut.

Nachdem sich meine Batterien wieder erholt hatten und ich mir Fleshcrawl und Mnemic vom Bierpils angeschaut hatte, sei noch zu erwähnen, dass sich während des Mnemic Gigs ein mittlerweile gut promilisierter Jacob von Hatesphere auf die Bühne wagte, der aber gleich von Sänger Michael und Gitarrist Obeast in die Schranken gewiesen wurde und jämmerlich vor dem Drumkit auf die Knie ging.

Rotting Christ

Rotting Christ
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Die Griechen von Rotting Christ hatte ich auch schon lange nicht mehr live gesehen, aber mir Ihren Midtempo Songs zogen sie mich nicht gerade in Ihren Bann. Es wurde viel geposed und dem ein oder anderen mag es auch gefallen haben, aber ich habe schon bessere Liveauftritte von Ihnen gesehen.

Misery Index
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Misery Index

Heute sollte ich nun zum ersten Mal bewusst in den Genuss von Misery Index kommen. Die aus Ex-Dying Fetus Members gegründete Combo lieferte auch allerfeinsten US Death Metal ab, an dem sich einige europäische Bands noch ne Scheibe abschneiden können. Mit der letzten Scheibe »Retaliate« im Gepäck wurden die Songs durch präziese gespielte Drums vorangetrieben und jeder Death-/Grindfan kam voll auf seine Kosten. Die nächste Clubtour sollte man sich unbedingt vormerken.

Unleashed
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Unleashed

Während der Umbaupause hörte man schon die »Unleashed, Unleashed« Schreie und ziemlich pünktlich, um kurz nach 22 Uhr gings los. Wie gewohnt stachelte Sänger Johnny die »Warriors« vor der Bühne an und so war die Stimmung vor der Bühne exzellent. Gespielt wurden Songs aus allen Äras der Band und jeder Fan kam auf seine Kosten. Mit der zweiten Zugabe und »Neverending Hate« wurde der Set nach ner knappen Stunde beendet und ich sah nur zufriedene Gesichter im Publikum. Lediglich »Long Live The Beast« hat aus meiner Sicht noch gefehlt, was sich perfekt zu Songs, wie »Before The Creation Of Time«, »Attack« oder »Victory« in den Set eingefügt hätte.

Hypocrisy
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Hypocrisy

Nachdem Herr Tätgren schon nicht pünktlich zur Autogrammstunde aufgetaucht ist, hat sich der für 23:30 Uhr angesetzte Gig auch gleich um ne knappe halbe Stunde verschoben. Die Stimmung war aber nichtsdestotrotz am kochen und gleich bei den ersten Tönen zum Opener »Fractured Millenium« war vor der Bühne die Hölle los. Auf der Bühne herrschte wie oft eine ruhige Gelassenheit. So spielte man Songs wie »The Final Chapter«, »Turn The Page«, wobei die Atmosphäre bei »Roswell 47« kaum zu toppen war. Zur Zugabe gabs noch »Eraser« und so war der Set nach ner knappen Stunde auch schon wieder vorbei. Nen bischen länger hätte man schon spielen können.

Nach dem Gig wurde noch das ein oder andere Bier getrunken, wobei sich das Gelände recht schnell leerte. Ich hab noch nen paar Bier getrunken und mich mit Jim oder John vom hiesigen Fussballverein unterhalten, der in den Bierpilsen für den nötigen Nachschub zu sorgen hatte. Gegen 2:30 Uhr war dann auch für mich der Tag zu Ende und ich konnte wieder ohne nervige »Helga« und »Slayer« Schreie in meinem Zelt einpennen.
Das UFTG war aus meiner Sicht eines der besten Events diesen Sommers. Abgesehen davon, dass es das komplette Wochenende nicht einmal geregnet hat, war die Atmosphäre sehr locker und alles ging ohne Stress und Hektik über die Bühne. Auch das anfangs etwas belächelte Bonsystem stellte sich später als sehr Vorteilhaft heraus, so dass es zu kaum Wartezeiten bei den Getränken kam.
Einzig die etwas eingeschränkte Dixie Präsenz auf dem Festivalgelände und der Standort des Autogrammzeltes sei zu bemängeln Beides war unmittelbar am Eingangbereich zum Gelände und so staute es sich das andere Mal recht heftig, wobei nicht wirklich zu unterscheiden war, ob man an der Dixieschlange oder an der Autogrammstundenschlange stand. Ich hoffe es hat sich keiner in die Hosen gemacht.
In diesem Sinne: Bis nächstes Jahr.

Hein

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CD/DVD-Reviews:

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Live-Reviews:

21.07.2005 bis 23.07.2005: Earthshaker-Festival (Geiselwind)
19.08.2004 bis 21.08.2004: Summer Breeze 2004 (Abtsgmünd)
05.08.2004 bis 07.08.2004: 15. Wacken Open Air (Wacken)
09.04.2004: No Mercy Festival (Münster, Live Arena)
22.08.2002 bis 24.08.2002: Summer Breeze 2002 (Abtsgmünd)
29.03.2003: 2. Remission-Records-Festival (Neukirchen, Sägewerk)
03.08.2006 bis 05.08.2006: 17. Wacken Open Air (Wacken)
18.08.2005 bis 20.08.2005: Summer Breeze 2005 (Abtsgmünd)
08.08.2003 bis 09.08.2003: Fun & Crust V (Höchstenbach)
11.07.2003 bis 12.07.2003: Rocktown Open Air 2003 (Bebra, Biberkampfbahn)
20.07.2006 bis 22.07.2006: Earthshaker Festival (Rieden)
13.05.2005 bis 15.05.2005: Rockhard Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
04.08.2007 bis 06.08.2007: 18. Wacken Open Air (Wacken)
11.08.2005 bis 13.08.2005: Party San Open Air (Bad Berka)
21.08.2003 bis 23.08.2003: Summer Breeze 2003 (Abtsgmünd)
04.07.2003 bis 06.07.2003: With Full Force X (Roitzschjora, Flugplatz)
08.02.2002: Napalm Death, Soul Demise, Hug Baby (Pressenwerk, Bad Salzungen)
02.08.2001 bis 04.08.2001: Wacken Open Air 2001 (Wacken)


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