Live-Reviews

Bang Your Head-Festival

24.06.2005 bis 25.06.2005, Balingen

Exciter
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Exciter (24.06.04)

Rechtzeitig am frühen Morgen quälten wir uns aus dem Zelt, um dem Auftritt von Exciter beizuwohnen. Pünktlich wie die Maurer enterte das Ami-Quartett die Bühne, um sogleich mächtig in die Vollen zu gehen. Von Beginn an treibend schnell, geradelinig nach vorn, genau auf den Punkt gespielt und mit einem Mördersound ausgestattet, brachte die Band innerhalb der ihr zur Verfügung stehenden, (leider viel zu kurzen!) fünfzigminütigen Spielzeit zahlreiche Powerspeedklassiker, (»Violence And Force«, »Immortal Fear«, »Long Live The Loud« oder »Pounding Metal«) und das Publikum in den vorderen Reihen des Innenraums bis zur Platzmitte gnadenlos zum Ausrasten und Toben! Headbangen, Pommesgabel ausfahren und Fäuste gen Himmel recken war angesagt.
Auch die Fraktion der reiferen, gestandenen Altmetallerschaft staunte nicht schlecht über den furiosen Auftritt des Ami-Vierers, der geradewegs ein Hölleninferno zu vormittäglich früher Stunde entfachte! Bedarf es hier noch weiterer Worte? Eigentlich nicht!
Sinnvoll, dass die Amis bei Liveauftritten mittlerweile zu viert auf die Bühne gehen, da sich alle Musiker (im Gegensatz zu früheren Zeiten) endlich auf ihre Instrumente konzentrieren können, was dem Set jederzeit zu gute kam. Tatsächlich gelang es der US-Speedmetal-Legende, den erhofft Rasiermesser scharfen Sound auf die Bühne zu transferieren, durch den Speedmetal wie wir ihn heute kennen, nachhaltig geprägt wurde.
Ohne Exciter hätte es Speedmetalbands des Formats Metallica, Anthrax, Megadeth, Overkill und Co., geschweige denn das gesamte Genre in seiner heutigen Form überhaupt nicht gegeben. Ein kurzer, aber um so intensiverer Gig, der gezeigt hat, dass wahre Legenden niemals sterben! In der Hoffnung, dass dieses seltene Juwel der Metalszene noch sehr lange erhalten bleibt, beende ich meinen Bericht mit nur zwei Worten: - Exzellente Vorstellung!!!

Kamelot
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Kamelot (24.06.04)

Eigentlich sollten die US-Fantasy-Metaller Virgin Steele nach Exciter auftreten. Doch leider war die Band aus gesundheitlichen Gründen ihres Bandleaders David de Feis verhindert. Als Ersatz sprangen die amerikanischen Powermetalprogster Kamelot ein, die ihre schwierige Aufgabe, nach Exciter auf die Bühne zu gehen, alles in allem prima lösten.
Meine Freundin, der die Band bislang unbekannt war, fand schnell Gefallen an dem Auftritt sowie der Musik von Kamelot, während ich mir sehr schwer damit tat, mich mit dem nach wie vor stellenweise recht proglastigen Powermetal des Fünfers in irgendeiner Form anzufreunden. Kamelot boten einen überraschend guten Gig. Die starke Publikumsresonanz vor der Bühne und auf dem Platz spricht diesbezüglich eindeutig für sich. Mehr konnte und durfte man wirklich nicht erwarten. Es wurde mehr als deutlich, dass die spielerisch enorm versierte Formation, - zunächst »lediglich als Ersatz für Virgin Steele« nachträglich ins Billing rein gerutscht durchaus mit Fug und Recht von den Veranstaltern für dieses Festival gebucht wurde.

Doro
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Doro (24.06.04)

Bereits zum frühen nachmittag betrat Doro die Bühne, um dem hungrigen Balinger Publikum schon am Nachmittag ihre Aufwartung zu machen. Deutschlands Grande Metaldame (einschließlich Band) servierte den Fans ein bunt gemischtes Programm, das überwiegend aus alten Warlock-Krachern (mit zwei Ausnahmen: »Always Live To Win« und der Boxweltmeisterin Regina Halmich gewidmeten Hymne »She's Like Thunder«). »Hellbound«, »Earthshaker Rock«, »True As Steel«, »I Rule The Ruins« oder »Hellraiser« sorgten schnell für gute Stimmung im Publikum. Auch die beiden Ausnahmen fügten sich nahtlos in den Set ein.
Spätestens als Doro nach etwa knapp der Hälfte des Gigs die Gänsehautballade »Für immer« anstimmte, zeigten sich selbst konservativste MetallerInnen von ihrer zarten Seite, sprich: Gefühle. Nach der schwer umjubelten Judas Priest Coverversion »Breaking The Law«, die zunächst akkustisch angestimmt von zahlreichen Fans mitgesungen, um dann ins metallische Soundgewand wechselnd zum echten Raiser avancierte, zitierte das Publikum die in Balingen gut aufgelegte kleine Metallady samt Band ein weiteres Mal mit kräftigem Applaus und lauten Zugaberufen zurück auf die Bühne.
»Burn It Up« lautete die standesgemäße Zugabe (bei der zum Schluß passenderweise mehrere Flammenwerfer hohe Feuerfontänen in die Luft schossen), um auch diesen soliden Gig sinnvoll zu beenden. Fazit: Stimmung okay. Das Publikum wurde nun allmählich so richtig warm, doch es sollte anschließend noch wesentlich besser kommen ...

U.D.O.
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U.D.O. (24.06.04)

U.D.O. hießen mit klarem Vorsprung die Abräumer des ersten Tages! Schon während der Umbaupause hatte sich der gesamte Platz vor der Bühne und um die Rolli-Tribüne beträchtlich gefüllt. Über Accept-Röhre Udo Dirkschneider noch viele Worte zu verlieren, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Ganz auf Nummer sicher gehend, brachte der kleine Mann mit dem großen Herz und der gewaltigen Stimme begleitet von seiner Band den gesamten Platz zum Toben!
Zahlreiche zum Himmel erhobene Arme, in die Luft gereckte Fäuste und das heftig abbangende Publikum ließen von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, wem dieser erste Festivaltag in Balingen gehören sollte. Überall, wo man hinschaute sah man, von der ersten bis zur letzten Reihe ein riesiges Meer von Händen, zum Himmel erhobenen Armen und frenetisch abgehenden Menschen. Die Fans gröhlten mit, rasteten scharenweise aus und waren völlig aus dem Häuschen! Sogar der bestens aufgelegte Udo fand dafür keine Worte und staunte nicht schlecht über eine derartig gewaltige Fanresonanz!
Kompliment nachträglich an den Soundmann, der in punkto Sound ganze Arbeit geleistet hat. Derart geradlinig und druckvoll habe ich UDO schon lange nicht mehr live erlebt! Der frühere Accept-Frontmann bewies auch nach dem grandiosen RH-Festivalauftritt mit seiner früheren Combo Accept, dass er zu den wirklich wenigen, echten Vollblutprofis gehört, die binnen kurzer Zeit eine riesige Menschenmasse locker in den Griff bekommen.
Begleitet von einer superb aufspielenden Band, verwandelte sich der Platz binnen weniger Minuten in einen »Hexenkessel«! Es gelang Udo beinahe spielend, das Publikum jederzeit mit coolen Ansagen aus der Reserve zu locken und den Fans Höchstleistungen abzuverlangen. Bedarf es bei Accept-Hymnen des Kalibers: »Metal Heart«, »Midnight Mover« oder U.D.O.-Standards Marke »Animal House«, »They Want War« oder »Men And Machine« noch irgendwelcher Worte? Selbst als U.D.O. den Song »24/7« vom kommenden neuen Album in die Menge feuerten, gab es kein Halten mehr! Die Fans gingen derart begeistert mit als gehöre dieses Stück bereits seit Jahren zum festen Liverepertoire des Fünfers um den quirligen Frontmann.
Keine geringerer Accept-Evergreen als »Balls To The Wall« brachte anschließend den gesamten Platz zum Beben! Die drei weiteren »Accept«-Zugaben »Prinzess Of The Dawn«, »I'm A Rebel« und »Burning'« beendeten den beinahe genau fünfundfünzigminütigen Set, womit ein weiteres großes Kapitel deutscher Metalgeschichte seinen verdienten Ausklang fand. - Grandios!
Damit war die Messlatte für alle nachfolgenden Bands des ersten Tages ziemlich hoch angelegt. Schließlich sollten mit Saxon und Motörhead noch zwei weitere kapitale Brocken folgen, während es nach einer kurzen Umbaupause im Anschluß des U.D.O.-Gigs (während mein Schatz und ich es vorzogen, uns mit einem deftigen Abendessen rechtzeitig für den weiteren Verlauf des Abends zu stärken) dem deutschen Powermetal-Flaggschiff Gamma Ray vorenthalten blieb, die Stimmung unter den hungrigen BYH-Fans für die beiden Headliner des Abends noch einmal gehörig anzuheizen. Zweifellos der erste große Höhepunkt des BYH-Festivals!!!

Saxon
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Saxon (24.06.04)

Dass der Britenfünfer um Fronter Biff Bifford mittlerweile einen mindestens ebenso hohen Kultstatus hierzulande besitzt, wie die »eisernen Jungfrauen« (Iron Maiden), dürfte wohl nicht nur allein daran liegen, dass Saxon gerade in den letzten Jahren recht ausgiebig in Deutschland getourt sind. Mehrere qualitativ hochwertige Alben jüngeren Datums lassen auch live gewaltig viel Platz, um zahlreiche alte Klassiker mit weiteren neuen zu ergänzen.
»Dogs Of War«, »747 Strangers In The Night«, »Strong Arm Of The Law«, »Motorcycle Man«, »20.000 Feet«, »Crusader«, »Princess Of The Night«, »Wheels Of Steel«, »Denim And Leather«, »Never Surrender« etc., Metalherz, was willst Du mehr? Das Balinger Publikum ging von Beginn an fröhlich mit und feierte die fünf Engländer um Ausnahmefronter Biff, der mit weitem Abstand zu den schillerndsten Persönlichkeiten der Metal-Szene gehört, dementsprechend euphorisch als Co-Headliner des ersten Tages ab, der seinem Status verdientermaßen gerecht wurde!

Motörhead
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Motörhead

Entweder man liebt diese Band oder man hasst sie (Ich für meinen Teil bevorzuge ersteres).
Obwohl sich ähnlich wie schon bei UDO, White Lion und Saxon eine recht stattliche Menschenmenge vor der Bühne sowie überall auf dem riesigen Balinger Messegelände versammelt hatte, spalteten sich an der noch immer »lautesten und dreckigsten Band der Welt« wie so oft in der Vergangenheit die Gemüter.
Viele MetallerInnen in den hinteren Reihen blickten gespannt zur Bühne, während vorn im Innenraum sowie in der Platzmitte der Pulk tobte und (ähnlich wie bei Saxon) das Gros der Die-Hard-Motörhead-Fans im wahrsten Sinne des Wortes abging, wie Schmidt's Katze! Wie gewohnt enorm druckvoll, dreckig, knochenhart und laut (der Soundmann hatte erneut optimale Arbeit geleistet, mit anderen Worten dem Trio einen wundervoll klaren, keineswegs über steuerten Sound gezaubert) präsentierten sich Frontsau Lemmy und seine beiden Mitstreiter dem bereits vom ersten Takt an bestens aufgelegten Balinger Publikum.
Motörhead stiegen überraschend mit »Dr. Rock« in ihren Set ein, um die Menge gleich so richtig zum Kochen zu bringen was sich im Nachhinein zu Recht als richtige Wahl herausstellte. »Dancing On Your Grave«, »Metropolis«, »Killed By Death«, »No Class«, das lange nicht mehr live gebrachte, möglicherweise als Ersatz für »Orgasmatron« in den Set aufgenommene, um so heftigere »I got Mine« (das für mich neben dem bislang selten live gebrachten Monumentalstück »Just We've Got The Power, You've Got The Right«, das in einem mehrminütigen Weltklasse-Gitarrensolo von Phil Campell gipfelnd, seinen ultimativen Höhepunkt fand, die große Überraschung des gesamten Gigs darstellte), »Ramones«, »Going To Brazil«, »Sacrifice«, »In The Black« (vom bärenstarken, aktuellen Hammerscheibchen Inferno), »Motörhead«, »Ace Of Spades« und last but not Least: »Overkill«!
Schade, dass »Bomber« wieder mal fehlte. Gerade dieser häufig frenetisch geforderte Speednackenbrecher hätte dem soliden Motörhead-Auftritt passend zum Abschluß noch die Krone aufgesetzt. Immerhin gelang es dem Trio, wie so oft in der Vergangenheit, seinem legendären Ruf als mörderischer Liveakt einmal mehr gerecht werdend, selbst zu später Stunde noch die aller letzten Kraftreserven aus den Fans herauszuholen. Ohne Wenn und Aber: - Ein würdiger Headliner des ersten Tages!!!

25.06.05: Regen- und Hagelsturm über Balingen!

Als der große Sturm kam. (Vom Winde verweht ...)
Kurz nach Mitternacht etwa gegen 00:30 wurde das gesamte BYH-Gelände (einschließlich der Zeltplätze) von einem gewaltigen Unwetter erfasst. Schon das Wetterleuchten am Himmel verhieß nichts gutes: Sturmböen der Stärke acht, Hagelkörner in Tischtennisball-Größe sowie sintflutartige Regenfälle suchten kurz darauf unangekündigt das BYH-Gelände heim. Meine Freundin und ich saßen noch vorm Zelt. Neben uns stand eine Fackel, die wir uns noch am Tag zuvor im Real-Markt besorgt und in der Nacht entzündet hatten, um noch ein wenig vorm Zelt zu feiern. Es fing zunächst langsam an zu regnen, doch bereits wenige Minuten später setzten sintflutartige Schauer ein.
Meine Freundin flüchtete sofort ins Zelt. Ich wollte noch schnell einen Gegenstand im Müllsack entsorgen, doch plötzlich schlugen Hagelkörner in Tischtennisballgröße neben mir ein. Es gelang mir buchstäblich im letzten Augenblick, mit einem waghalsigen Hechtsprung nach vorn direkt hinein ins Zelt die Flucht vor dem Unwetter zu ergreifen! Bereits im nächsten Augenblick donnerte hinter mir an der selben Stelle, wo ich noch wenige Sekunden vorher gestanden hatte eine massive Kanonade dicker Hagelkörner auf's Zelt! Der Beschuss durch Hagelkörner und die Sturmböen, die laut Richterskala Stärke Acht erreichten, fegten gut eine halbe Stunde über den Platz und drohten unser Zelt seitlich zusammen zu drücken. Wir stemmten uns mit aller Kraft gegen die Zeltwände und profitierten letztendlich davon, dass wir vorsorglicherweise immer einen Zeltunterboden unterlegen, um das Zelt vor Wassereinbruch zu schützen.
Kaum war die knappe halbe Stunde Hagel überstanden, regnete es in Strömen und der Wind fegte weiterhin über die Zeltplätze und das Open-Air-Gelände samt Bühne hinweg. Wir beschlossen sicherheitshalber im Zelt zu bleiben und erst dann wieder herauszukommen, und den Platz zu betreten, wenn sich das Unwetter gelegt haben würde, da die Gefahr durch in der Luft herum fliegende Gegenstände getroffen zu werden jederzeit gegeben war.
Gut drei Stunden später etwa gegen 3:30 Uhr in der Nacht endete der Sturm. Der gesamte Platz bot ein schreckliches Bild. Bilanz: 40 leicht verletzte Metalfans, 500 Fans (angeblich waren sogar 800) in Notunterkünften untergebracht, massenweise kaputte, ein- bzw. umgestürzte sowie unter Wasser stehende Zelte und Pavillions, wahllos überm Platz verteilte Campinggegenstände, aus der Verankerung gerissene Fahnen, Zeltstangen, umgestürzte Grills, Stühle, verteilte Kleidungsstücke, defekte Zäune, umgestürzte Toilettenhäuschen sowie defekte Lampen, Kabelleitungen und verbogene Zäune und gekrümmte Boxen am linken und rechten Bühnenrand und über allem thronte die große Ungewissheit, ob das BYH-Festival überhaupt noch planmäßig fortgesetzt würde ...
Nachdem der Sturm sich endlich abschwächte, beschlossen wir, das Zelt zu verlassen und nachzusehen, welchen Schaden der Sturm angerichtet hatte und staunten hinterher nicht schlecht über das Ergebnis. Es standen lediglich drei Heringe und ein kleines Loch durch Hageleinfall als Verlust zu Buche, während bei anderen FestivalteilnehmerInnen massenhaft Zelte unter Wasser standen, ebenso tonnenweise lädierte und beschädigte Pavillions die unbrauchbar geworden, auf direktem Wege in den blauen Sack wanderten.
Zunächst lag ein möglicher Abbruch des Festivals in der Luft. Schlußendlich gelang es dem beherzten BYH-Team in direkter Zusammenarbeit mit dem DRK den Flurschaden zu begrenzen und die Bühnenschäden zu beheben. Zahlreiche Metalfans atmeten erleichtert auf!
Trotz all dieser schwierigen Umstände konnte das Festival mit gut zwei bis dreistündiger Verspätung fortgesetzt werden. Bloß Kacke, dass am Infostand keine Liste mit den verkürzten Spielzeiten aller Bands aushing. Diesen Punkt sollten die Veranstalter, denen man keinen Vorwurf machen kann, da auch sie nicht mit einem solch gewaltigen Unwetter rechneten, beim nächsten Mal zwecks besserer Info unbedingt mit einbeziehen. Damit kam es leider so, wie es beinahe zwangsläufig kommen musste: Wir verpassten Demon und Jag Panzer, was mir gerade hinsichtlich letzterer Band mächtig an die Nieren ging! Da wir gerade noch unfreiwillig die letzten fünf Minuten des Gigs der Frankfurter Bier-Thrasher Tankard mitbekamen, die uns sowieso nicht interessierten, entschlossen wir uns, dem nächsten Futterstand einen Besuch abzustatten.
Mit Nevermore konnten wir nicht viel anfangen, also beschlossen Rike und ich, uns anschließend wenigstens Axel Rudi Pell zu geben, doch auch hier sollte es beim Wunsch als oberster Vater des Gedankens bleiben ...
An dieser Stelle müsste eigentlich der Axel Rudi Pell-Livebericht folgen. Wegen sintflutartiger Regenfälle und völliger Klamottendurchnässung haben wir den Auftritt des Ruhrpott-Hardrockurgesteins aufgrund höherer Gewalt verpasst! Ärgerlich, doch leider nicht zu ändern ... dann eben beim nächsten Mal. *schulterzuck*
Kuriose Erlebnisse am Rande: Es immer wieder unglaublich, wie viele Bekloppte auf einem Metal Open-Air rumlaufen. Zum einen vier jüngere Girls, auf deren olivgrünen Tops in schwarzer Gothicgestylter Schrift das Wort »Luci-Sister« geschrieben stand. Die hätte ich gern fotografiert, doch leider war die Karte unserer Digicam zu diesem Zeitpunkt bereits voll und der Speicher standesgemäß leer. Wirklich schade! Boten echt einen tollen Anblick die vier Girls, die so immens aufgesetzt »böse« dreinschauten ... und beinahe richtig ungläubig dreinschauten als ich plötzlich mal laut Rülpsen musste. Fehlte nur noch die weiße Schminke im Gesicht, und der Heiligenschein ... *augenbraue verwundert nach oben zieh*
Da war zum zweiten noch der Typ, der mit einem zusammengerollten Poster anderen mit wonniger Freude leichte Schläge auf den Hinterkopf verabreichte. Sein Akzent ließ unschwer erkennen, dass es sich bei ihm um einen waschechten Schwaben in Natura handelte. - Welch eine Frohnatur! »Du hascht noch net. Hascht du schon? Nee ..., du hascht auch noch net ... Und du hascht erscht rächt neeeet! Hey, hascht du schon?« Selbst eine hübsche Blondine, die fleißig Konzertflyer verteilte bekam ihr Fett von dem munteren Zeitgenossen weg. »Ich hab' hier was für dich ...« mit diesen Worten hielt sie ihm den Flyer direkt unter die Nase, doch der etwas beleibte Typ antwortete nur: »Und ich hab hier was für disch ... du hascht nämlich a noch net ... den Flyer brauch' isch net ...« Dann nahm er doch einen Flyer entgegen und fragte sie noch einmal, während er das Poster hinter seinem Rücken versteckt hielt: »Alscho, wasch isch, Hascht jetzt oder hascht noch net?« Sie blieb stehen und fragte ihn verdutzt: »Was hab isch net?« »Dasch hier!« Und Bumm, bumm, bumm! gab's dreimal den fetten Klaps auf die Rübe ... während die Blondine nur verwirrt ihr Gesicht verzog und im nächsten Augenblick ganz schnell zusah, dass sie Land gewann. Irgendwie war dieser etwas übereifrige Geselle doch ein wenig »hängen geblieben«, meinte meine Freundin. Wir amüsierten uns jedenfalls prächtig über ihn, da er außerhalb des Geländes wenigstens noch für etwas Stimmung sorgte.
Als drittes kam die absolute Krönung: Ein weiterer äußerst seltsamer Zeitgenosse, der sich als dürrer Klappspaten Marke Strich in der Landschaft, altersmäßig schätzungsweise so um die vierzig, mit strähnig-versifftem, knapp halbbackenlangem Haar herausstellte, hatte sich während des strömenden Regens nackt bis auf die Unterhose vorm Metal-Bierpils entblößt, der auf halber Strecke zum Zeltplatz lag und meinte zum AC/DC Pop-Evergreen »Thunderstruck« mit einem Strohbesen aus dem Realmarkt in der Nähe (samt Stiel) bewaffnet, völlig ungehemmt abzugehen und Angus Young zu imitieren, was ihm dank nach vorn gekrümmtem Oberkörper sowie mittels kleiner Schritte in gebückter Haltung tatsächlich auch gelang! (Zum echten Rocker fehlte ihm gänzlich die Statur). Der spindeldürre Kerl bot zwar keinen besonders schönen Anblick, allerdings hatten wir auch diesem lustigen Gesellen eine ganz besonders kräftige Portion Lachmuskelkater zu verdanken. Nun ja, den Besen hielt er schon mal zumindest fast richtig, da seine rechte Hand verdächtig weit unten am Genitalbereich auf und ab fuhr, während das durchgeknallte (möglicherweise sturz besoffene) von einigen anwesenden Kumpels (oder seiner Clique?) angefeuerte Individuum völlig losgelöst from Space muntere Reitbewegungen machte. Als der Typ den Besen derart gezielt »bearbeitete« lag nicht nur für mich der sehr dringende Verdacht nahe, er wolle sich damit mal so richtig schön einen schrubben ... auch dafür eignet sich bekanntlich ein Besen. Der war sein Eintrittsgeld wert! Schließlich ist es nicht gerade eine leichte Kunst, jemanden bei strömendem Regen derart zum Lachen zu bringen! Ich hätt' mich derart kugeln und beschiffen können, obwohl ich völlig durchnässt auf dem Weg zum Zeltplatz war.
Ahhhhh ... und jetzt einmal, zweimal, dreimal in aller Ruhe ganz tief durchgeatmet: Das ist wahrer Rock 'n' Roll!!! Nur schade, dass statt Rose Tattoos »Nice Boys Don't Play Rock 'n' Roll!« aus den beiden am Bierpilz angebrachten Boxen mit immenser Lautstärke AC/DC dröhnte. Welch krasse Verfehlung: - ersteres wäre auf diesen wunderlichen Zeitgenossen bezogen, sicher passender gewesen, doch leider hat's nicht sollen sein ...

Candlemass
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Candlemass (25.06.05)

Candlemass kamen, sahen, und doomten! Anders kann ich es nicht beschreiben. Messiah Marcolin, der charismatische Frontmann des Schwedenfünfers wie immer standesgemäß in seine obligatorische Mönchskutte gekleidet, lieferte samt seiner vier Mitstreiter auf der Bühne eine Sondervorstellung der Extraklasse! Eingebettet in ein beinahe abnorm druckvolles Soundgewand wurde gnadenlos alles platt gewalzt, was bis zu diesem Zeitpunkt keine Vorstellung davon besaß, wie satt und kraftvoll Heavy Metal klingen muss!
Candlemass scheinen wirklich nicht von dieser Welt zu sein. Egal, ob Klassiker älteren Datums Marke »Mirror Mirror«, »The Bells Of Acheron«, »Samarithan«, »The Edge Of Heaven«, »Swallow The Sun« oder den Fans neu vorgestellte Stücke vom aktuellen Album »Candlemas«, siehe »Witches«, und »Copernicus«, zwei Midtempowalzen vom Feinsten: Alle Songs groovten wie Hölle, wurden durch die Bank weg von den hungrigen, eingefleischten Candlemass-Fans frenetisch aufgesogen und Zeile für Zeile mitgesungen!
Selbst Frontmann Messiah Marcolin, der die Fans immer wieder mit lockeren Sprüchen und lautstarken Gesten, erhobenen Händen und geballter Faust auf der kleinen Individualbühne, die ins Publikum hineinreichte, anfeuerte und lautstark zu Beifallskundgebungen hochpushte, staunte nicht schlecht über das prima mitgehende Balinger Publikum. Mit seinen recht seltsamen Ansagen wie: »Habt ihr Lust auf ein wenig Gemüse mit Doom?>« hatte der sympathische Frontsänger schnell zahlreiche Lacher auf seiner Seite.
Die eingefleischte Candlemass-Fan-Schar (zu der auch meine Wenigkeit zählt) feierte die fünf Schweden um Gitarrist und Bandgründer Leif Edling gebührend als ob sie der eigentliche Headliner des zweiten Festivaltages wären. Mit ihrem besten Song (klar, dass zum Schluß fast schon erwartungsgemäß die totale Überhymne »At The Gallows End« ausgepackt wurde) bedankte sich die schwedische Doomlegende noch einmal zum Ende des Auftritts bei ihren treuen und aufrechten Fans, womit sich eine der heaviesten Schwermetall-Kapellen dieses Erdballs in Würde von ihrer kleinen aber um so treueren Anhängerschaft verabschiedete.
Candlemass zählten zu den absoluten Highlights des fünften BYH-Festivals und sind hoffentlich auch im nächsten Jahr wieder auf dem BYH-Festival zu bewundern. Jeder Widerspruch ist zwecklos und entbehrt völlig der Logik. Candlemass rules! Für alle Poser (und pseudointellektuellen Hochgeschwindigkeitsfanatiker für die lediglich abnorme Geschwindigkeit und Hyperspeed statt Härte, Groove und musikalische Fähigkeiten von Interesse sind), gilt diesbezüglich in aller Form: - Schnauze halten, - sonst doomt's!!!

Hanoi Rocks
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Hanoi Rocks (25.06.05)

Bestens gelaunt und jetzt endlich wieder guter Dinge begab ich mich als Begleitperson meiner Freundin zur Rolli-Tribüne, um gespannt dem zu harren, was folgen sollte, (schließlich stand ja der Special Guest des Festivals noch aus) und wurde mit den finnischen Hanoi Rocks noch am frühen Abend gnadenlos auf's aller Übelste bestraft!
Weiß der Geier, warum gerade wegen dieser Band derart viel Wind im Vorfeld des BYH-gemacht wurde, bei Maiden, Alice Cooper oder Kiss hätte man das durchaus verstehen können, doch weswegen gerade um diese allenthalben mittelmäßiges Durchschnittsniveau erreichende Sleaze-Glam-Hardrock-Band solch eine derartig große Geheimniskrämerei betrieben wurde, entzieht sich völlig jeglicher Kenntnis!
Jedenfalls war an diesem Tag nicht viel davon zu sehen, dass sich eine wirklich große, echte Glamhardrocklegende auf der BYH-Bühne die Ehre gab. Irgendwie fehlte der Musik des Finnenfünfers definitiv der letzte Kick. Das saublöde Rumgehopse von Fronter Michael Monroe (der sich zu allem Überfluß mit ekliger Fönfrisur präsentierte) ging mir ziemlich auf die Nüsse! Während des Sets drohte ich vor lauter Müdigkeit beinahe völlig wegzutreten, wenn mich meine Freundin (der die Hanoi Rocks ebenfalls überhaupt nicht zusagten) nicht gerade noch rechtzeitig aufgeweckt hätte, um schnell mal zwischendurch Getränke zu holen ...).
Neee ... Ohne Gerstensaftkaltschale und Cola überlebt man derartige Musik einfach nicht. - Autsch! Obwohl sich die Band Mühe redliche gab, das muss an dieser Stelle schon der Fairness halber festgehalten werden, war sie an diesem Tag völlig deplaziert auf dem Festival. Die Hanoi Rocks wollten irgendwie gar nicht so recht ins Billing passen. Obwohl die ersten fünf bis sechs Reihen im Innenraum vor der Bühne heftig mitgingen, gelang es den finnischen Glamrockern zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd, das bis dato enorm hohe Stimmungslevel im Balinger Publikum aufrecht zu halten. Laute Pfiffe und Buhrufe aus den hinteren Reihen und in der Mitte sowie zahlreiche erhobene weiße Taschentücher symbolisierten der Band, endlich die Bühne frei zu geben, das heisst viele andere (meine Freundin und mich eingeschlossen) bitte, bitte, bitte (!!!) nicht noch länger zu quälen.
Nachdem der Hanoi Rock-Set endlich beendet war, lehnte ich mich entspannt zurück und meine Laune stieg schon nach kurzer Zeit wieder erheblich an. Schlechter konnte es nun wirklich nicht mehr werden ... oder etwa doch??? Und die Moral von der Geschicht': Staubiger 80er-Jahre Posersleaze-Glamrock mit 'nem kleinen Schuß Punk zieht einfach nicht und ersetzt jedes wirkungsvolle Schlafmittel mindestens ebenso effektiv. - Grauenhaft!!!

White Lion
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White Lion (25.06.05)

White Lion ließen den schwachen Hanoi Rocks-Auftritt zum Glück sehr schnell wieder vergessen und entpuppten sich mit ihrem knackigen 80er-Jahre Hardrock als die positive Überraschung des gesamten Festivals. Lag es am klar abgemischten Sound, an der günstigen Spielzeit, am spätestens mit Ankündigung des Special Guests proppevollen Gelände, am Charisma von Bandleader Mike Tramp (der sich als Frontmann der Extraklasse herausstellte). Hatte der Ami-Vierer einen besonders guten Tag oder den besten Sound aller Bands erwischt? Keine Ahnung. Jedenfalls erfüllten White Lion die Erwartungen in Balingen mehr als ausreichend und räumten auf ganzer Linie ab!
Der Ami-Vierer rockte gleich von Beginn an kernig, straight und unbekümmert drauf los, was vom Publikum jederzeit wohlwollend honoriert wurde. Hardrock-Perlen wie »Hungry For Your Love«, »Fight To Survive«, »Living On The Edge«, »Little Fighter«, »Wait« usw., brachten den Großteil des Balingen-Publikums ordentlich in Schwung.
Zahlreiche Fans ließen sich applaudierend, bangend, tanzend und singend von der beeindruckenden Performance des Amivierers mitreissen. Den absoluten Höhepunkt des White-Lion Gigs markierte eine fett rockende Coverversion des Golden Earring-Evergreens »Radar Love«!
Das einstündige Gastspiel des Weißen Löwen glich in Balingen eher einem großen Heimspiel. Selbst die BesucherInnen der hinteren Reihen blickten oft gebannt zur Bühne hoch, um das Geschehen auf der Bühne zu verfolgen. Mit zunehmendem Anstieg des Stimmungsbarometers erhöhte sich auch merklich die Spannung im Publikum auf den anschließend folgenden Set von Altmeister Ronnie James Dio. - Gut gebrüllt, Weißer Löwe!

Dio
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Dio (25.06.05)

Spätestens mit Einbruch der Nacht wurde es richtig proppevoll im Innenraum des Balinger-Messegeländes. Immerhin lag der Meister in punkto Songauswahl und Reihenfolge erwartungsgemäß richtig. »Stand Up And Shout«, »Man On The Silver Mountain« (essentiell und absolut unverzichtbar!), »Egypt (All The Fools Sailed Away)«, »Holy Diver«, »Sunset Superman«, durch die Bank Klassiker brachten beinahe den gesamten Platz zum Toben!
Die beiden Rainbow-Klassiker »Long live Rock 'n' Roll« und »Gates Of Babylon« durften ebenfalls nicht fehlen. »Heaven And Hell« erinnerte an die frühere Black Sabbath-Phase des Supersängers und »Rainbow In The Dark« läutete das Finale ein.
Schade, dass weitere unentbehrliche Klassiker des Typs: »The Last In Line«, »Hungry For Heaven« oder »Caught In The Middle« entfielen, da die verkürzte Spielzeit lediglich ein ziemlich stark abgespecktes Rahmenprogramm zuließ, was bei einem Vollblutmusiker und Profi wie Ronnie James Dio, der für gewöhnlich über eine unglaubliche Ausstrahlung und fantastische Entertainer-Qualitäten verfügt, um so mehr ins Gewicht fällt.
Obwohl Dio & Band in Balingen einen ausgewählten, beileibe nicht schlechten Set darboten und obendrein noch schwer abräumten, muss ich ehrlich eingestehen, den Meister inklusive Band schon in weitaus stärkerer Verfassung erlebt zu haben als an diesem Abend. Möglicherweise täuscht dieser Eindruck auch deswegen darüber hinweg, weil der Sound durch's heftige Unwetter bedingt, zeitweise unter ziemlich extremen Schwankungen litt.

Twisted Sister (25.06.05)

Ohne jeden Zweifel die Band, wegen der das Gros der über zwanzigtausend FestivalbesucherInnen nach Balingen gekommen war und der ultimative Headliner des BYH-Festivals! Obwohl Metal-Legenden wie U.D.O., Dio, Saxon und Motörhead die Menge zum Toben brachten, reichte es jeweils nur zu Platz zwei bis fünf in der Ringer-Wertung.
Als führende Band und unumstrittenes Festival-Highlight des BYH kristallisierten sich eindeutig ohne wenn und aber Dee Snider und seine »verdrehten Schwestern« heraus. Das BYH scheint geradewegs auf die Band zugeschnitten zu sein. Anders lässt sich die schon vor dem Auftritt während des vom Band tönenden AC/DC-Klassikers It's A Long Way To The Top (If You Wanna Rock 'n' Roll) geradezu elektrisierende Spannung in der Luft und völlig superbe Stimmung unter den Fans, die mit enorm hoher Erwartungshaltung dem Headliner des zweiten Tages entgegen fieberten, kaum erklären!
War schon das Vorprogramm (mit Ausnahme der Hanoi Rocks) wirklich nicht von schlechten Eltern, hielt es spätestens jetzt keinen mehr auf seinem Sitz! Schon bei den ersten Klängen wurde klar, wer das BYH in seinen Händen hielt, das heisst wem das hinzugehörige Publikum trotz zahlreicher erlesener Supportacts tatsächlich zu Füßen lag: Twisted Sister!
Wen wundert es, dass sich der sympathische Frontmann Dee Snider bei soviel Zuspruch gerade in Balingen auf dem BYH pudelwohl fühlt? Twisted »fuckin« Sister brachten (einschließlich des Evergreens »We're Not Gonna Take It«) einen nahezu komplett aus dem Songmaterial der »Stay Hungry«-LP bestehenden Set, um gemeinsam mit zahlreichen Fans eine gigantische Rock 'n' Roll Party zu feiern, wie sie schöner, fetter, stimmungsvoller und ausgelassener nicht sein konnte: Licht, Sound und Atmosphäre an diesem denkwürdigen Abend waren gigantisch!
Welche/r waschechte HardRockn'RollerIn kann schon Nummern wie »I Wanna Rock«, »Burn In Hell«, »Don't Let Me Down« oder »The Beast« ernsthaft widerstehen?
Der Twisted Sister-Frontmann bedankte sich bei seinen zahlreichen Fans mit einer kleinen Rede während des Sets, indem er unter anderem lautstark klarstellte, dass guter alter 80er Jahre Heavy Metal allen modernen Negativtrends, die eh kein wirklicher Metaller braucht (wie sie Viva, MTV und Konsorten haufenweise propagieren, egal, ob sie sich Hardcore, Nu-Metal oder wie auch immer schimpfen), erfolgreich trotzend, einfach nicht totzukriegen ist und in den Herzen seiner Fans weiterlebt. Mit dieser Kampfansage sprach der bestens aufgelegte Twisted Sister-Mastermind den treuen TS-Fans aus der Seele, was mit einem wahren Feuerwerk minutenlang anhaltendem, stürmischen Applauses quittiert wurde. - Great Rock 'n' Roll will never die!!!
Gegen Ende des leider Unwetter bedingt stark verkürzten, nur knapp etwas mehr als einstündigen Auftritts entschied sich Mr. Snider spontan, das schnelle »You Can't Stop Rock 'n' Roll« zu bringen (der Titel sagt alles!) und lag damit kalkuliertermaßen goldrichtig. Die Fans gaben ein letztes Mal ordentlich Gas, sprich wirklich alles, wodurch dieser Event wie schon vor zwei Jahren zur gleichen Zeit am gleichen Ort endgültig in die Geschichte eingehen wird! Nach der Show ließ es sich ein bestens gelaunter Dee Snider nicht nehmen, abschließend noch einmal das begeistert von den Fanscharen mit gesungene »We're Not Gonna Take It« mehrfach anzustimmen, womit das BYH-Festival seinen passenden Ausklang fand.
Die Nachricht der Veranstalter, das BYH-Festival trotz des gewaltigen Sturmchaos auch nächstes Jahr wieder stattfinden zu lassen, stieß durch die Bank weg auf geteilte Zustimmung und löste eine riesige Welle der totaler Begeisterung unter den Fans aus. Meine Freundin (die ebenfalls überzeugter Twisted Sister Fan ist) und ich werden trotz Sturmchaos nächstes Jahr wieder nach Balingen kommen. Hoffentlich wird's dann nicht ganz so stürmisch ...

Schlußbetrachtung zum Festival

Durchwachsenes Festival dank Unwetterkatastrophe! Essens-, Getränkepreise und Metalmarkt waren in Ordnung und die Bandauswahl und die Stimmung unter den zahlreichen Fans des gut besuchten Festivals trotz der nicht eingeplanten Umstände wie schon in den vorangegangen Jahren einmal mehr vom Feinsten. Zu den großen Pluspunkten des BYH dürfte sicher die Tatsache zählen, dass es sich bei diesem Festival um das behindertenfreundlichste Metalfestival handelt, da extra auch für diese Zielgruppe eine behindertengerechte Bühne eingerichtet wurde, die allen eine prima Sicht auf die Hauptbühne ermöglicht, womit wirklich alle Fans berücksichtigt wurden und jeder etwas vom Festival hat. Eine wirklich lobenswerte und sehr vorbildliche Einstellung, die hoffentlich irgendwann mal Nachahmer findet. Gerade das riesige Wacken-Open-Air und das Earthshaker-Festival in Geiselwind sollten sich dies bezüglich mal eine ganz dicke Scheibe abschneiden.
Dem BYH-Festivalorganisationsteam wäre übrigens für's nächste Mal fest anzuraten, wenn es schon - aus welchen Gründen heraus auch immer - zu derart starken zeitlichen Verschiebungen kommt, eine Infoliste welche Band zu welcher Uhrzeit spielt für alle interessierten Fans deutlich sichtbar am Infostand anzubringen, damit mir nicht noch einmal das wirklich unverschämte Malheur passiert, Demon und Jag Panzer zu verpassen. Da hätte man voll in die Tüte reihern können! Eine künftig bessere Zeltplatzorganisation sollte sicher ebenfalls möglich sein, damit man nach sechs Stunden Anfahrt nicht noch knapp drei weitere Stunden lang nach einem geeigneten Zeltplatz suchen muss, da schon einige vermeintlich reservierte dabei sind und beinahe das gesamte Gelände fast schon ein wenig zu klein für derart viele Menschen scheint. Ansonsten: Prima Festival mit erstklassigen Bands und Fans!

Toschi

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Live-Reviews:

09.05.2008 bis 11.05.2008: Rock Hard Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
16.08.2007 bis 18.08.2007: Summer Breeze 2007 (Dinkelsbühl)
05.08.2004 bis 07.08.2004: 15. Wacken Open Air (Wacken)
17.04.2003: Doro, Rawhead Rexx, Judge For Yourself (Ziegenhain, Kulturhalle)
01.08.2002 bis 03.08.2002: Wacken Open Air 2002 (Wacken)
19.08.2004 bis 21.08.2004: Summer Breeze 2004 (Abtsgmünd)
04.08.2007 bis 06.08.2007: 18. Wacken Open Air (Wacken)
20.07.2006 bis 22.07.2006: Earthshaker Festival (Rieden)
31.07.2003 bis 02.08.2003: 14. Wacken Open Air (Wacken)
07.04.2003: Saxon, Evidence One (Kassel, Musiktheater)
06.11.2001: Saxon, Rawhead Rexx (LKA - Longhorn, Stuttgart)
02.08.2001 bis 04.08.2001: Wacken Open Air 2001 (Wacken)
05.06.2007 bis 09.06.2007: Swedenrock-Festival (Sölvesborg (S))
03.08.2006 bis 05.08.2006: 17. Wacken Open Air (Wacken)
21.10.2002: Anthrax, Motörhead (Offenbach, Stadthalle)
04.08.2005 bis 06.08.2005: 16. Wacken Open Air (Wacken)
02.06.2006 bis 04.06.2006: Rockhard-Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
28.07.2006 bis 29.07.2006: Rock Of Ages-Festival (Seebronn)


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