Live-Reviews

Rockhard Festival

13.05.2005 bis 15.05.2005, Gelsenkirchen, Amphietheater

1.Tag: Freitag, 13.05.05

Schon bei der Hinfahrt, hatte ich trotz des schweren Gepäcks ein gutes Gefühl, was sich im Laufe der Zeit immer mehr bestätigen sollte. Endlich nach längerer Suche auf dem Gelände angekommen, offenbarte sich das, was im Vorfeld bereits über Lokalität und Gelände gesagt wurde: Das Amphietheater einschließlich Gelände gehört mit zu den schönsten und gepflegtesten Anlagen Deutschlands. Diesen Eindruck können meine Freundin und ich nur bestätigen. - Wunderbar! Nachdem wir schnell unser Zelt aufgebaut und die Vorräte verstaut hatten, sahen wir uns zunächst ein wenig um, woraufhin auch schnell die erste Konversation mit unseren Zeltnachbarn erfolgte, stellte sich heraus, dass uns das Glück in punkto Zeltnachbarn hold war. Mit Ausnahme des kleinen Grüppchens männlicher und weiblicher Volldeppen am hinteren Zaun, (sorry, anders lassen sich solche hirnverbrannten Individuen nicht bezeichnen), die sinnigerweise einige Meter vom Zelt entfernt waren, (so dass man deren seltendämliches teilweise recht dikriminierendes Geblubber, die nicht minder bescheuerten Sprüche und geradezu krankhaften Gesänge oder sollte man es als bizarre Nebengeräusche in Form übelsten Gejaules bezeichnen, nicht zu hören bekam), liess es sich prima mit den direkt neben und hinter unserem Zelt campierenden Nachbarn auskommen, die sich ebenfalls wie wir bereits im Vorfeld auf den Headliner Accept sowie eine ganze Reihe anderer Bands freuten. Nun ja, es gibt halt immer solche und solche.
Bevor wir (meine Freundin und ich) auf's Gelände gingen beschlossen wir, es erst einmal richtig zu erkunden, da es unser erstes Rock-Hard-Festival war und wir das uns neue Gelände überhaupt nicht kannten. Bei dieser Gelegenheit wurde schnell noch der Wasserkanister gefüllt, ehe uns am frühen Nachmittag so gegen 15:00 endlich Einlass zum Hauptplatz gewährt wurde. Anschließend, nach einem längeren Rundgang trabten wir gemütlich zurück zum Zelt, um uns noch ein wenig auszuruhen, da die Anreise mitsamt des vielen Gepäcks nicht gerade unbeschwerlich gewesen ist.

Regicide

Regicide eröffneten das RH-Festival pünktlich um 19:00 Uhr. Obwohl ich die Band nicht kannte, hinterließen sie einen zufriedenstellenden Eindruck. Irgendwie klang die (ich meine irgendwo aus dem süddeutschen Raum kommende) Formation ein wenig nach Nightwish; allerdings hörte sich das, was die Band eine knappe dreiviertel Stunde lang bot gar nicht mal so schlecht an, zumal es zu berücksichtigen gilt, dass der Opener eines Festivals immer den schwierigsten Stand aller Bands hat, weil zum ersten häufig noch nicht so viele Besucher auf dem Festivalgelände anwesend sind und b) die Band zumeist noch recht unbekannt ist. Musik und Fazit: Gig okay, die ersten Fans gut auf's Festival eingestimmt, Sound ebenfalls okay.

Girlshool

Das Highlight des ersten Tages und eine Band, die von RH-Chefredakteur Götz Kühnemund freudestrahlend angekündigt wurde, zumal Sängerin/Gitarristin Kim McAuliffe an diesem Abend ihren Geburtstag feierte. Zunächst tat sie dies jedoch mit ihren drei Mitstreiterinnen auf der Bühne. Girlshool zeigten von Beginn an, warum sie nach wie vor die am härtesten rockende Frauenband im Heavy Metal-Bereich sind. Kompromisslos, dreckig, rock'n'rollig und mit Ass-Kick-Feeling vorgetragen, schlugen Nummern wie »Hit And Run«, »Running With The Devil« etc. wie Bomben bei den Fans ein. Die vier Mädels von der Insel rockten an diesem Abend trotz ihres mittlerweile schon ein wenig fortgeschrittenen Alters was das Zeug hielt, womit sie eindrucksvoll bewiesen, dass sie noch immer zahlreiche Frauenbands jüngeren Datums locker an die Wand spielen, wenn sie erstmal richtig in Fahrt sind.
In der Mitte des gut gefüllten Platzes vor der kleinen Bühne bildete sich schnell ein Moshpit, indem munter gepogt wurde wie bei einem Punk-Konzert. Um zwölf Uhr fasste sich Gitarristin Kim ein Herz, kündigte ihren Geburtstag an, nahm einen kräftigen Schluck Bier aus der Pulle und appellierte an die Fans, gemeinsam mit der Band dieses Ereignis gebührend zu feiern (was sich Götz Kühnemund, seines Zeichens Chefredakteur des wichtigsten deutschen Heavy-Metal-Magazins, dem Rock-Hard und einer der größten Fans des Frauenvierers) ebenfalls nicht nehmen ließ. Sinngemäß hebt man sich das beste Stück vom Kuchen immer bis zum Schluß auf. »Emergency« wurde als Zugabe und Geschenk für die Fans noch einmal donnernd durch die Boxen geblasen. Der Moshpit tobte in bester Laune ein letztes Mal unaufhaltsam vor der Bühne ehe die Lichter angingen. Ein gelungener Auftakt, spätestens jetzt war der Appetit auf's Festival in aller Form geweckt ...

2. Tag: Samstag, 14.05.05

Nach einem kurzen Frühstück ließen sich meine Maus und ich die Gelegenheit nicht nehmen, uns morgens mal schnell zum Metalmarkt zu begeben, der als Besonderheit auch als größter Metalmarkt des Ruhrgebiets gilt, um dort einige tolle Schnäppchen zu machen. Danach gönnten wir uns zwecks Nahrungsaufnahme noch eine längere Pause auf dem Zeltplatz.

Ensiferum
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Ensiferum

Ensiferum kamen, sahen ... und verwandelten den inneren Bereich des unteren Teils vom Amphietheater bereits innerhalb weniger Minuten in einen Hexenkessel!!! Lautstarker Applaus frenetisch abgehende, gröhlende und headbangende Fans nach jedem Song und zahlreiche erhobene Hände bestätigten den tollen Gesamteindruck. Irgendwie schienen zahlreiche MetallerInnen auf den hymnischen Epic-Viking-Folk-Metal der Finnen gewartet zu haben. Dass der Finnenfünfer bereits recht festivalerprobt ist, stellte die Truppe aus dem Land der tausend Seen schon im letzten Jahr auf größeren Festivals unter Beweis, doch dass sie live derart professionell und souverän zu Werke geht hätte ich der Band bei allem Respekt wirklich nicht zugetraut. Umso erfreulicher empfand ich den gesamten Auftritt von Ensiferum, die sich mit dieser Leistung in zahlreiche Metallerherzen gespielt haben. Definitiv der insgeheim erhoffte, allerdings nicht unbedingt erwartete, im Vorfeld der nur zwei Bands später folgenden, wesentlich bekannteren und kommerziell erfolgreicheren Landsleute Sonata Arctica erste Höhepunkt des Tages! Die Messlatte für alle kommenden Bands war somit hoch angelegt und hinterher stand für mich fest: - Dieser Auftritt würde nur schwer zu toppen sein! Dass es tatsächlich möglich war, bewies eine andere Combo deren Bericht noch folgen wird.
Bezeichnenderweise gab es schon am frühen Freitag-Abend keine Ensiferum-Shirts mehr am Merchandise-Stand zu erwerben. Ursache: - Restlos ausverkauft!!!

Sonata Arctica
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Sonata Arctica

The Haunted und Samael schenkten wir uns, um rechtzeitig am Auftritt von Sonata Arctica teilzuhaben. Pünktlich zu deren Set zeigte sich bereits die erste Regenfront am Himmel, die glücklicherweise noch ohne Wassertropfen zu werfen übers Gelände hinwegzog.
Wie bereits bei ihren finnischen Landsleuten Ensiferum schlug auch bei Sonata Arctica das Stimmungsbarometer extrem hohe Wellen. Die Band präsentierte sich ebenfalls in prima Verfassung und ging hochmotiviert zu Werke. Erwartungsgemäß gelang es Sonata Arctica das Amphietheater ebenfalls vom ersten bis zum letzten Ton zum Kochen zu bringen. Auch hier stimmte die Chemie zwischen Band und Publikum. Der hymnenhafte Heavy/Powermetal des Fünfers wusste auf ganzer Linie zu überzeugen. Die Band stand ihren finnischen Kollegen in nichts nach und setzte im Vergleich zum Ensiferum-Gig sogar noch leicht »einen drauf«. Ähnlich sahen es zahlreiche begeisterte, ausgelassen abtanzende und bangende Fans, die gern noch eine oder mehrere Zugaben ihrer Lieblinge verlangten, was jedoch den Rahmen des gesetzten Zeitlimits deutlich überschritten hätte. Nach Verfassen dieses Berichts verließen meine Freundin und ich zunächst mehr als zufrieden das große Rund des Amphietheaters, um uns auf dem Zeltplatz erst einmal kräftig für's anstehende Restprogramm zu stärken, der eigentliche Höhepunkt des zweiten Tages sollte schließlich erst noch kommen ...

Amon Amarth

Amon Amarth waren in allen Belangen die Abräumer des ersten Haupttages. MetallerInnen unterschiedlichster Stilrichtungen stürmten in froher Erwartungshaltung das Amphietheater, um dem Gig der Nordmänner zu lauschen. Noch ehe Amon Amarth die Bühne überhaupt betraten und nur einen Ton von sich gaben, platzte das Amphietheater bereits aus allen Nähten! Über Hymnen wie »Bleed For Ancient Gods«, »Where Silent Gods Stand Guard«, »Death In Fire«, »Stapwound In Your Back« oder den Überkracher »Last One With Pagan Blood« muss man eigentlich nicht mehr viele Worte verlieren. Die fünf an diesem frühen Abend hochmotivierten »Wikinger« um Bandleader Johann Hegg nahmen das gewaltige Bild an Fans, das sich ihnen vor der Bühne und im äußeren Ring des Amphietheaters bot, mit großer Freude zur Kenntniss und das große Rund komplett im Sturm! Sie schmetterten eine Hymne nach der anderen ins ekstatisch abgehende Publikum. Schon bei den ersten Klängen rastenden die Fans schaarenweise aus und feierten die Schwedencombo nach allen Regeln der Kunst ab. Selbst auf den Sitzplätzen gab es jetzt kein Halten mehr!
Die VerkäuferInnen am Merchandisestand konnten sich während des Gigs (und danach erst recht) nicht über Arbeitsmangel beklagen, da sie zwischenzeitlich ihre liebe Mühe hatten, den gewaltigen Ansturm seitens zahlreicher Fans auf Amon Amarth-Merchandise in den Griff zu bekommen. Der Schwedenfünfer entfachte ein regelrechtes Hölleninferno! Ausnahmsweise stimmte sogar endlich einmal der Sound bei einem Amon Amarth-Auftritt, was schon selten genug vorkommt. Es wurde auf Teufel komm raus abgebangt, zahlreiche Fans hielten Trinkhörner, Plastikschwerter, Helme u. a. in der Hand, vereinzelt wurden sogar Holzschilde im Publikum ausgemacht (!), und ein Ende der Amon Amarth-Manie sollte noch lange nicht in Sicht sein.
Auch ich liess mich von dem überragenden Amon Amarth-Gig mitreißen, während meine Freundin es vorzog, einige Fotos zu schiessen, um sich anschließend gleich wieder still in der Ecke zu verziehen, sprich hinzusetzen, da sie gar nicht auf Deathmetal steht, auch nicht, wenn dieser mit Vikingmetal-Einflüssen vermischt ist. Sei's drum, schon der Fairness halber sollte erwähnt werden, dass sie mir diese Stunde puren Viking-Deathmetals wirklich von Herzen gönnte. Dafür revanchierte ich mich am nächsten Tag dankbarerweise - (für meine Freundin nicht minder überraschend) - bei Masterplan. - Jau, so muss Metal sein! Amon Amarth haben dem 3. Rockhard-Festival unbestritten ihren Stempel aufgedrückt und werden in derart beeindruckender Form auch die BYH-Bühne gewaltig zum Beben bringen!

Children Of Bodom

Trotz gut gefülltem Amphietheater hielt sich die berühmt berüchtigte »Bodom-Manie« an diesem Abend ungewöhnlicherweise sehr in Grenzen. Amon Amarth hatten einen unglaublichen Gig hingelegt, der selbst von den spieltechnisch erstklassigen Finnen nicht mehr zu toppen war. Zahlreiche Fans waren danach berechtigterweise erst mal ziemlich ausgepowert. Die Children vom Lake Bodom gaben wieder ihr bestes, doch selbst Perlen wie »Silent Night, Bodom Night« oder »Hate Crew Death Roll«, konnten nicht verhindern, dass der Finnenfünfer zumindest bei seinem Auftritt an diesem Abend irgendwie ein wenig unter ging. Zwar schwankte das Stimmungsbarometer während des Sets beträchtlich, doch die eingefleischte Children Of Bodom Fanfraktion war hinterher dennoch mit dem Auftritt ihrer Faves soweit zufrieden, so dass auch für die Filigran-Metaller unterm Strich zumindest ein ordentlicher (wenn gleich längst nicht auf ganzer Linie überzeugender) Gig zu Buche stand.

Jon Oliva

Mittlerweile trat das ein, was insgeheim von vielen befüchtet wurde. Der große Regen kam! Jon Oliva, der Headliner des ersten Haupttages stieg mit dem Savatage-Klassiker »Gutter Ballet« gelungen in den Set ein. Weitere Stücke wie »Ghost In The Ruins« oder »The Dark« (vom Tage Mahal-Album) wussten zwar spieltechnisch zu überzeugen, allerdings dürfte sich der nicht nur in meinen Augen recht arrogant präsentierende Savatage-Mainman mit einigen geistreichen Ansagen wie »My mother sucks my fuckin' dick« und »Suck my fuckin' dick you motherfuckers« oder »You have paid for this shit« an diesem Abend nicht nur Freunde gemacht haben. Meine Freundin meinte während des Sets zu mir, dass sie vor Jahren mal auf einem Oldie-Festival mit Slade, Suzie Quattro, The Sweet gewesen sei und sogar dem grottenschlechten Sound der Gruppe Boney M beigewohnt hat, die »damals mindestens ebenso schlecht abgemischt waren«. Damit traf sie so ziemlich den Nagel auf den Kopf.
Nach dem wunderschönen, minutenlangen Gitarrensolo der beiden Gitarristen beim Savatage-Klassiker »Ghost In The Ruins«, die wirklich jeden Cent ihrer Gage wert gewesen sind, verließ ich genervt vom Jon Oliva-Gig die Anlage und begab mich zu meiner Freundin ins Zelt, wo sich meine Laune sogleich wieder aufbesserte. Am Wetter lags jedenfalls nicht, dass dieser Gig vielen besonders sauer aufgestoßen ist (einschließlich meiner Wenigkeit - an dieser Stelle mal einen besonderen Gruß an den Tontechniker für den a) viel zu lauten und b) extrem übersteuerten Sound, der nicht nur mir sondern auch einer ganzen Reihe anderer die Freude am Auftritt des Savatage-Mainmans gründlich verdarb.
Was ebenfalls besonders auffiel, ist die Tatsache, dass sich der selbsternannte »Bergkönig« in stimmlich schlechter Verfassung befand und obendrein ziemlich viel dämlichen Bullshit laberte. Fazit: Schlechter Sound, bescheidener Gig. - Jon Oliva sollte besser in Rente gehen, statt sich durch plattes Entertainment seinen (einstmals) guten Ruf als ehrlicher, bodenständiger Musiker zu ruinieren. Für mich die Enttäuschung des 2. Festivaltages. - Traurig!

3. Tag: Sonntag, 15.05.05

Hellfueled

Mit Hellfueled stellte sich am frühen Mittag der von den hiesigen Rockhardfangemeinde mit absolut klarer Mehrheit gewählte Newcomer des Jahres vor. Rockhard-Redakteur Frank Albrecht überreichte dem sympathischen Hellfueled-Shouter Andi Alkman (der sich im Namen der gesamten Band freudestrahlend bei den Fans dafür bedankte) im Rahmen des Festivals den Rockhard Pokal, ehe die Band schließlich loslegen konnte. Sound und Feeling des unverkennbar stark Black Sabbath geprägten Hardrocks der jungen Schwedencombo lockten bereits zu vorgerückter Stunde nicht wenige Neugierige vor die Bühne, die ihr Kommen keineswegs bereuten. Spielfreudig, einen ganzen Zacken schneller als ihre Vorbilder und mit der nötigen Portion Wucht in den Instrumenten agierte eine Band auf der Bühne, der ohne Wenn und Aber die Zukunft des melodischen Heavy Metals gehört! Immens druckvoll, groovig, hochmelodisch und mit einem grandiosen Rock 'n' Roll Feeling in den Backen ausgestattet, gewann das satt auf der Bühne rockende Quartett schon binnen weniger Minuten die Herzen der Fans!
Sänger Andi Alkman, der mittels diverser Mimiken, Gestiken und energischen Headbangens das Publikum zum Mitmachen animierte, verfügt über ein wahnsinniges Charisma, wie es nur die aller wenigsten Fronter im Hartwurstbereich besitzen! Nummern wie »Let Me Out«, die aktuelle Single »Midnight Lady« und »Rock 'n' Roll« schossen derart stampfend, heavy und mit brachialem Arschtrittfeeling aus den Boxen, dass unvermittelt der Eindruck entstand, es würde sich bei Hellfueled um einen bereits gestandenen, jahrelang auf der Bühne stehenden Akt statt um die Premiere eines frischen Newcomers handeln. Derart druckvoll, frei und unbeschwert habe ich schon lange keine Band neueren Datums mehr aufspielen gesehen. Daumen hoch, Pommesgabel gezückt, vor der Bühne niedergekniet und sich ehrfürchtig verbeugt: Wer diesen tollen Auftakt des dritten Festivaltages verpasst hat, ist selber Schuld!

Wolf

Wolf hießen die Unglücksraben des dritten Tages. Ihr Sänger litt an einer schweren Erkältung, der Bass-Sound war zu stark in den Vordergrund gemischt und die Fußmaschine des Drummers kaputt. Während fast des gesamten Sets über hatte die Band immer wieder mit schwierigen Umständen zu kämpfen. Umso höher ist dem Schwedenquartett anzurechnen, wie tapfer es mit all den Pannen und Umständen prima fertig wurde und sich redliche Mühe gab, aus dem anfangs fast völlig verkorksten Gig noch das beste herauszuholen. Dieses Vorhaben gelang der spieltechnisch guten Band und bescherte dem zum Ende des Gigs hin immer besser in Schwung kommenden Schwedenvierer heftigen Applaus sowie einige neue Fans. - Solch eisernes Durchhaltevermögen verdient umso mehr Bewunderung und Respekt! Sollte irgendwann die Möglichkeit bestehen, sich den Schwedenvierer unter wesentlich günstigeren Voraussetzungen noch einmal anzuschauen, werde ich es gern tun, da der unglückliche Auftritt an diesem Tag dem wirklichen Können der Band keineswegs gerecht wurde.

Unleashed

Unleashed lieferten am Nachmittag im gerade einmal knapp etwas mehr als die Hälfte gefüllten Amphietheater den erwartungsgemäß gewohnt recht sicheren, souveränen Gig. Das gesamte einstündige Programm des Deathmetalvierers bestand durchweg aus bewährten Klassikern an denen sich zahlreiche DeathmetallerInnen (einschließlich des Berichterstatters) erfreuten und gruppenweise heftigst ihre Matten schüttelten. Mit »To Asgard We Fly« eröffnete die Truppe um Bandleader Johnny Hedlund wie gewohnt ihren Set. Es folgten weitere Hymnen wie »Shadows In The Deep«, »Hell's Unleashed«, »Victims Of War«, »Bezerk«, »Winterland«, »Death Metal Victory«, »Since Bevor The Time Was« ehe mit »Neverending Hate« das schnellste und brutalste Stück zum Schluss einen weiteren gelungenen Auftritt des einmal mehr auf ganzer Linie überzeugenden schwedischen Deathmetal-Aushängeschilds beendete.

Pretty Maids

Das schnelle »Sin Decade« (inklusive des dazugehörigen kultigen Intros) als Opener zu wählen, erwies sich als richtige Entscheidung der dänischen Kultband, welche den melodischen skandinavischen Heavy Metal wie keine Zweite in den 80ern und 90ern geprägt hat. Obwohl der Sound anfangs noch ein wenig holprig klang, fanden die Pretty Maids mit zunehmender Spielzeit immer besser zu ihrer Form. Ähnlich wie der Band erging es auch dem zuerst doch ziemlich zurückhaltenden Publikum, das allmählich auftaute und im Laufe des Sets immer besser mit den Stücken der Dänen warm wurde. Zumindest ein Teil der Jung- und Altmetaller erwachte plötzlich ruckartig aus der Lethargie, um zusammen mit der Band eine gewaltige Party zu feiern.
Kein Wunder - »Back To Back«, »Yellow Rain«, »Love Games« und »Future World« sind allesamt Melodic-Metalklassiker, die selbst heute nach gut zwanzig Jahren zum feinsten gehören, was je auf dem Melodicmetalsektor in Europa produziert wurde - Stücke, die eingeschworenen Old-Shool-Metal NostalgikerInnen reihenweise dicke Freudentränen in die Augen treiben dürften.
Mit Ausnahme zweier weniger bekannter Stücke (Hier verloren die vier Dänen um Ronnie Atkins und Ken Hammer ein wenig ihre Linie) konzentrierte sich die Band überwiegend auf ihre Klassiker, wodurch die Stimmung im Publikum nie ganz abriss und jederzeit aufrecht erhalten werden konnte. Als Zugabe zogen die Dänen noch ihren allseits unverwüstlichen Gassenhauer »Red, Hot And Heavy« aus dem Hut, woraufhin das Stimmungsbarometer im Publikum noch ein letztes Mal kräftig anstieg, ehe die eine gut gelaunte Band sich vor den Fans verneigend unter heftigem Applaus höflich, elegant und stilvoll von ihrem Publikum verabschiedete. Fazit: Gut bis Durchwachsen.

Masterplan

Die fette Powermetalvollbedienung gab's dann bei Masterplan. Dass Masterplan (die Band um Ex-Helloween Gitarrist Roland Grapow und Ex-Helloween-Drummer Uli Kusch) sich bereits seit längerer Zeit zu einem starken Liveakt gemausert haben, davon konnten sich zahlreiche Fans nicht nur auf dem WOA 2003, sondern auch auf dem diesjährigen Rock-Hard Festival überzeugen. Meiner Freundin gefiels ebenfalls. Selbst der Verfasser dieser Zeilen staunte nicht schlecht über das, was er da auf der Bühne zu sehen bekam!
Masterplan wirkten spritzig, voll auf der Höhe, bestens motiviert und harmonierten im zum frühen Abend beträchtlich gefüllten Amphietheater als gut aufeinander abgestimmtes Team, wodurch entsprechend schnell der Funke auf's begeistert mitgehende Publikum übersprang. Stücke wie »Crimson Raider«, »I'm Not Afraid« etc., wurden völlig verdient von der hiesigen Fangemeinde abgefeiert. Die deutschen Powermetaller können mit Fug und Recht zu den Gewinnern des Rock-Hard-Open-Airs 2005 gezählt werden. Wer jetzt immer noch herummosert, ablästert oder meint, er/sie hätte sich verlesen, gehört in die Mottenkiste, - Basta, Schluß, Aus!

Overkill

Overkill sind und bleiben live eine, nein: - die absolute Macht! Scheinbar mühelos gelang es den fünf Herren um Bobby »Blitz« Elswood und D.D. Verni das mittlerweile bestens gefüllte, erneut proppevolle Amphietheater vollständig auf den Kopf zu stellen. Haufenweise euphorisch Reaktionen und wie von der Tarantel gestochene Fans die vom Takt weg bangten als ginge es um ihr Leben! Overkill präsentierten sich in ausgezeichneter Form und gaben von Beginn an - a l l e s!!!
In der Platzmitte bildete sich schnell ein riesiger Moshpit - Stagediven, Matteschütteln, Abtanzen und Crowdsurfen in der Menge war angesagt - jetzt ging richtig die Post ab, dass kein Auge mehr trocken blieb! Sogar auf den Sitzplatztribühnen tobte im wahrsten Sinne der Mob, es wurde munter drauflosgemosht, als stünde der letzte Gig von Overkill bevor, die ein Sahneprogramm bestehend aus zahlreichen Klassikern brachten, das nicht nur gestandenen älteren Speed- und Thrash-Semestern wie Zucker im Kaffee munden sollte: »Deny The Cross«, »Rotten To The Core«, »Wrecking Crew«, »Hello From The Gutter«, »Old Shool«, »New Machine«, »Elimination«, - Hallo - welcher echte Speed- und Thrashfan wird bei solchen Krachern nicht schwach?
Und als Zugabe folgte die ultimative Alltime-Hymne der US-Speedster: We don't care, what you say: F u c k Y o u !!! Leider fehlte In Union We Stand, was jedoch schon aufgrund der superben Songauswahl allerdings nicht weiter ins Gewicht fiel. Möglicherweise wird dieser Klassiker der besonderen Sorte vielleicht auf dem kommenden Earthshaker-Festival oder W.O.A. berücksichtigt und ins Programm mit eingebaut, wodurch meine Freundin und ich endlich Gelegenheit bekämen, das Stück live zu erleben. Ansonsten gibt's überhaupt nix zu meckern. Die fünf bestens aufgelegten Amis servierten den Rockhard-Fans das volle Speedmetalbrett mit Dampfhammerfaktor Zehn! Enorm druckvoll, immens sicher, in allen Fasern konsequent und punktgenau mit vollem Herzen bei der Sache gab sich die US-Speedmetalinstitution wie immer keine Blöße und bließ alle bislang vor ihnen aufgetretenen Bands (vielleicht mit Ausnahme von Amon Amarth und Unleashed) ausnahmslos an die Wand! Anders läss sich dieser Auftritt nicht beschreiben: Grandios, schnell, brachial, und qualitativ wertvoll - hinterließen Overkill die bis zu diesem Zeitpunkt mit weitem Abstand fetteste und eindrucksvollste Visitenkarte des gesamten Festivals. - Restlos überzeugend!!!

Sentenced

Nach dem superben Overkill-Gig wurde es selbst für die finnischen Gothic-Dark-Metaller Sentenced trotz beinahe bis auf den letzten Platz besetztem Ambiente schwer, da noch einen drauf zu setzen. Glücklicherweise gelang es der Band ebenfalls, die Erwartungen der Fans zu erfüllen. Die in diesem Jahr abtretende bzw. ihre Auflösung feiernde Combo bot einen soliden Set der zahlreiche Fans mit Wehmut erfüllte, weil sich die Band auf dem Zenit ihres Schaffens auflöst, um anderen Aktivitäten nachzugehen und somit eine große Lücke innerhalb der Metal-Szene hinterlässt, die gerade im ziemlich überlaufenen Gothic-Darkmetal-Bereich nur schwer zu schließen sein wird. Beinahe überdeutlich machte sich streckenweise eine geradezu schweigende Stille im Amphietheater breit, die einer Trauerstimmung gleichkam.
Auch Sentenced fiel die Auflösung nicht leicht, wie die fünf Herren vor ihrem Auftritt in diversen Festivalmagazinen verkündeten. Alben neueren und älteren Datums wie Koma, Down, Frozen oder Cold White Light zählen zu den anerkannten Genreklassikern, von denen Sentenced im Laufe ihres Bestehens mindestens ein halbes Dutzend veröffentlicht haben.
Die souverän auf der Bühne agierenden Finnen brachten zahlreiche Klassiker aus ihrer gut sechzehn Jahre andauernden Karriere, z. B.: »Nepenthe«, »The Rain Comes Fallin' Down«, »Sun Won't Shine«, »Ever Frost« etc. . Alles in allem ein solider Gothic-Darkmetal Gig zum Genießen und der würdige (wenn auch definitiv viel zu frühe) Abtritt einer gestandenen Szenegröße.

Accept

Accept erfüllten ihren Job als oberamtlich kultiger Headliner absolut und wirklich in allen Belangen souverän. Das jetzt beinahe überfüllte Amphietheater in Gelsenkirchen erlebte in dieser Nacht eine Sternstunde in Sachen Heavy Metal, die gewissermaßen in die Geschichte unserer Lieblingsmusik eingehen wird. Enorm kraftvoll, punktgenau und mit extrem viel Sicherheit aufspielend, gelang es Udo Dirkschneider, Wolf Hoffman, Peter Baltes, Hermann Frank und Stefan Schwarzmann (der für den verhinderten Dieter Dirks einsprang und seine Aufgabe prima erledigte) das Amphietheater im Handumdrehen zu erobern und ihrem Ruf als Legende in jeder Hinsicht vollauf gerecht zu werden. Accept bewiesen eindrucksvoll, dass sie nicht ohne Grund zu den Bands gehörten, die den Metal der 80er (mit Ausnahme der vier großen NWOBHM-Legenden sprich Iron Maiden, Saxon, Judas Priest und Motörhead ) geprägt und beeinflusst haben, wie keine zweite Formation nach ihnen.
Während des Sets kamen alle auf ihre Kosten, selbst manche, die Accept bis dato nicht kannten (vor allem zahlreiche jüngere Fangenerationen) feierten die Gruppe ebenfalls nach allen Regeln der Kunst ab, als würden sie deren Songs schon immer kennen. Auch beim Verfasser dieses Berichts und dessen besserer Hälfte brannten vom Anfang bis zum Ende des gesamten Sets völlig die Sicherungen durch, - was sich in wildem Headbanging und Luftgitarrenspiel äußerte. Jetzt war Partytime, mit anderen Worten: Rock 'n' Roll, dass die Schwarte nur so kracht, bis irgendwann die Pupillen zum Stillstand kommen, angesagt!
Accept wurden ihrem hohen Status in jeder Hinsicht gerecht und gaben Perle um Perle zum Besten. Es war der Band regelrecht anzumerken, dass sie es bis in die Haarspitzen motiviert, Note für Note genoss, nach langer Zeit wieder auf der Bühne zu stehen. Die Werbung im Rock-Hard-Magazin hielt, was sie versprach: Accept servierten ihren Fans eine Hammerliste, deren Reihenfolge mir zugegebenermaßen gering fügig etwas durcheinander geraten ist: »Livin' For Tonite«, »Metal Heart«, »Breaker«, »Neon Nights«, »London Leather Boys«, »Flash Rockin' Man«, »Turn Me On«, »TV-War«, »Head Over Heels«, »Monsterman«, »Cold Winter Nights« (das Überraschungsstück des gesamten Sets), »Restless And Wild« und »Prinzess Of The Dawn«.
Als Zugaben durften natürlich die Speedgranate »Fast As A Shark«, der Rock 'n' Roll-Smasher »I'm A Rebel«, sowie die ganz zum Schluß gespielte Alltime-Hymne »Balls To The Wall« nicht fehlen. Wenn es Accept gelingt, diese Form auch in Wacken live beizubehalten, dürfte es ein Weltklasse-Auftritt werden (sollte es nicht treffenderweise Abtritt heißen?), der zweifellos in die Annalen der Rockgeschichte eingehen und von dem man noch lange reden wird.

Festivalnachlese

Zum Festival selbst bleibt noch festzuhalten: Es waren drei schöne Tage in Gelsenkirchen, die wirklich mit nichts zu vergleichen sind. Tolles Ambiente, wunderschönes Festivalgelände, humane Essens- und Getränkepreise, schmackhaftes Essen, gutes Bier, große Merchandiseauswahl, supernettes Ordner- und Rockhard-Personal, ausgelassen feiernde Fans und Bombenstimmung über die gesamten drei Festivaltage, zahlreiche Kuriositäten am Rande und viele nette vor allem kultivierte Leute und keine unzivilisiert auftretenden, abtörnenden und nervigen Moralapostel, Spießer oder sonstige assozialen Individuen! Meine Freundin und ich waren uns nach dem Festival jedenfalls einig: Wir werden auch nächstes Jahr mit Freude wieder nach Gelsenkirchen kommen, um ein vom Rockhard-Team super organisiertes Festival zu erleben, das tatsächlich noch waschechten Underground-Status besitzt, weitestgehend von Fans für Fans gemacht ist und in jeder Hinsicht den langen Weg nach Gelsenkirchen lohnt!!!
Ergänzend zum Rockhard-Festivalbericht soll an dieser Stelle als kleines Zusatzbonbon zum Dank an die hiesige Fangemeinde welche den Solinger Edelstahlschmieden jahrelang eisern die Treue hielt, eine Auflistung der Titel in der Original-Reihenfolge vom starken Auftritt des Headliners im Gelsenkirchener Amphitheater in veröffentlichter Form preisgegeben werden. Die Songauswahl sagt bereits alles und dürfte somit keinen Accept-Fan wirklich kalt lassen:

  1. Intro
  2. Starlight
  3. Living For Tonite
  4. London Leatherboys
  5. Metal Heart
  6. Love Child
  7. Breaker
  8. Head Over Heels
  9. Neon Nights
  10. Restless And Wild/Son Of A Bitch
  11. Turn Me On
  12. TV-War
  13. Monsterman
  14. Flash Rocking Man
  15. Fast As A Shark
  16. Prinzess Of The Dawn
  17. Winter Dreams
  18. Balls To The Wall

Toschi

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Interviews:

Interview: Unleashed, 11.05.2002 Death Metal ist eine natürliche Erklärung an das Leben, den Tot und alles was dazwischen ist
Interview: Sentenced, 21.05.2002 Alkohol und seine Ausmaße, oder auch einfach »nur« ein day off!!!

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Live-Reviews:

08.05.2005: Wacken Roadshow (Kassel, Spot)
20.07.2006 bis 22.07.2006: Earthshaker Festival (Rieden)
26.08.2005 bis 27.08.2005: Up From The Ground (Gemünden, Mainwiesen)
19.08.2004 bis 21.08.2004: Summer Breeze 2004 (Abtsgmünd)
04.08.2005 bis 06.08.2005: 16. Wacken Open Air (Wacken)
02.08.2001 bis 04.08.2001: Wacken Open Air 2001 (Wacken)
16.08.2007 bis 18.08.2007: Summer Breeze 2007 (Dinkelsbühl)
03.08.2006 bis 05.08.2006: 17. Wacken Open Air (Wacken)
11.08.2005 bis 13.08.2005: Party San Open Air (Bad Berka)
05.08.2004 bis 07.08.2004: 15. Wacken Open Air (Wacken)
21.08.2003 bis 23.08.2003: Summer Breeze 2003 (Abtsgmünd)
04.07.2003 bis 06.07.2003: With Full Force X (Roitzschjora, Flugplatz)
15.04.2003: Wacken Warm-Up Party (Kassel, Musiktheater)
22.08.2002 bis 24.08.2002: Summer Breeze 2002 (Abtsgmünd)
05.06.2007 bis 09.06.2007: Swedenrock-Festival (Sölvesborg (S))
18.08.2006 bis 19.08.2006: Summer Breeze 2006 (Dinkelsbühl)
23.06.2006 bis 24.06.2006: Bang Your Head Festival (Balingen)
01.08.2002 bis 03.08.2002: Wacken Open Air 2002 (Wacken)
17.04.2002: Pretty Maids, Royal Hunt (Ludwigsburg Rockfabrik)
21.07.2005 bis 23.07.2005: Earthshaker-Festival (Geiselwind)
31.07.2003 bis 02.08.2003: 14. Wacken Open Air (Wacken)


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