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1. Remission-Records-Festival

26.10.2002, Neukirchen, Sägewerk

Das erste Remission-Records-Festival im Neukirchener Sägewerk fand eine gute Resonanz bei der Metal-Community. Trotzdem hätten es jedoch ruhig noch einige mehr MetallerInnen sein dürfen, die sich zum Metalmeeting trafen. Das Sägewerk war an diesem Abend gut bis knapp ausreichend gefüllt, leider aber nicht restlos ausverkauft, was eigentlich sehr schade ist. Das elfköpfige Veranstalterteam sowie zahlreiche freiwillige Helfer gaben sich alle erdenkliche Mühe, einen tollen Event auf die Beine zu stellen, was aus meiner Sicht auch prima gelang! Die super günstigen Getränkepreise 1,50 Euro für Bier, (einschließlich Flaschenpfand), 1 Euro für Wasser, Cola etc. lagen weit unter dem üblichen Durchschnitt, der Sound war gut, die Atmosphäre ließ ebenfalls keine Wünsche aufkommen, die Preise am Remission Records-Stand lagen wie immer in einem äußerst günstigen Rahmen, das Ambiente stimmte ebenfalls, und mit den vier Bands des Abends hatte das Veranstalterteam, wie sich im Laufe des Abends noch herausstellen sollte, einen guten Griff getan!
Wer an diesem Festival als Anhänger oder Metalfan der härteren Gangart nicht teilnahm, hat definitiv etwas verpaßt! Bereits zu früher Abendstunde fand sich ein teilweise recht bunt gemischtes Publikum im Neukirchener Sägewerk ein, um einen Konzertabend zu erleben, der es mächtig in sich hatte! Zahlreiche Thrash- und Deathmetalfans, Anhänger der Gothic/Darkmetall-Fraktion und Alternativ-Freaks trafen sich zum schwermetallischen Stelldichein im Neukirchener Sägewerk. Jung und Alt gaben sich gegenseitig die Klinke in die Hand. In den Pausen wurde lebhaft und rege diskutiert, man traf alte Bekannte wieder, schloß neue Bekanntschaften und tauschte sich gegenseitig untereinander aus. An diesem Abend herrschte die gesamte Zeit während und nach dem Meeting eine sehr angenehme Atmosphäre im ausreichend besuchten Neukirchener Sägewerk, wie man sie längst nicht überall auf einem solchen Event vorfindet. Soweit hierzu, nun zum Konzert:

Etwa gegen 20:30 Uhr wurde die Bühne für Forgiven?, eine lokale Power-Thrash-Gruppe aus Neukirchen, freigemacht, die an diesem Abend ein »Heimspiel« hatte und sich gleich zu Beginn einigen Respekt bei den Fans verschafften konnte. Das Forgiven?, ehemals »Senseless«, gerade hier in Nordhessen beileibe nicht unbekannt sind, zeigte die schon zu früher Vorabendzeit ansprechende Publikumsresonanz. Die ehemalige Powermetalband »Senseless« spielt schließlich bereits seit gut zehn Jahren zusammen, obwohl es erst vor gar nicht allzulanger Zeit einen internen Personalwechsel gegeben hat. Statt des ehemaligen Sängers hat die Band nunmehr eine Sängerin in ihren Reihen. Die blonde Sängerin suchte den Kontakt zum Publikum und forderte die Fans gleich nach den ersten zwei Stücken in ihren Ansagen auf, näher heran vor die Bühne zu kommen. Eine Aufforderung der gerade die jüngeren Fans sofort nachkamen, während sich viele der älteren Semester doch ein wenig zurückhielten, was sich jedoch im Laufe des Abends noch beträchtlich ändern sollte.
Forgiven taten das einzig Richtige, spielten einen konzentrierten Set und bekamen für ihren melodiösen Powermetal mit abwechselnden Thrasheinlagen dementsprechend verdienten Applaus des Publikums. Nicht nur die vorderen drei Reihen bangten und applaudierten, auch die hinteren Reihen honorierten die Vorstellung des Fünfers mit respektvollen Applaus. Die Band wußte mit ihrem dargebotenen Set größtenteils zu überzeugen. Das einzige, was ein wenig seltsam wirkte, waren die zuweilen recht heftig abbangenden Mitglieder der Band, die trotz aller Spielfreude mit ihren dezenten Kurzhaarfrisuren ein komisches Bild abgaben, wenn sie versuchten, volles Brett abzubangen. Sorry, aber das kommt mit langen Haaren wesentlich originalgetreuer rüber und somit stilgemäß weitaus besser, doch das störte an diesem Abend sowieso keinen. Mit der Bezeichnung »Thrash-Metal« auf dem Flyer bezüglich der Neukirchener Formation Forgiven? lag man definitiv nicht richtig. Hier liegt ein Fehler vor, der dringender Klärung bedarf. Die Bezeichnung »Powermetal« umschreibt es treffender, da die Spielkultur der Band ganz klar in beide Richtungen zielte und reiner Thrash-Metal, soweit man es bei dieser Bezeichnung belassen will, folgendes bedeutet: Thrash-Metal ist eine Variation des Speed-Metals, die oft mit stakkatoartigen Riffs, jedoch nie mit melodiösem Gesang dargeboten wird! Insofern stimmt die Bezeichnung Thrash-Metal bei dieser Combo überhaupt nicht. Dafür hatte die Band zu viele schöne Melodiebögen und oftmalig unverkennbare klassische Heavy-Metal bis Powermetal-Einflüsse (einschließlich dem zum klassichen Heavy-Metal passenden klaren, hellen Gesang) in ihrem Set, deshalb kann von Thrash-Metal, zusammenhängend mit der Band Forgiven? überhaupt gar keine Rede sein;
Es handelt sich hier trotz Namenswechsels noch immer um eine reine Powermetal-Band und nichts anderes, das sei nur mal am Rande erwähnt, weil auch diese Combo recht gut ins Billing paßte, wie sich während ihres gesamten Sets herausstellte. Insgesamt steigerte sich die Band nach vorerst noch ein wenig verhaltenem Beginn mit jedem weiteren Song. Der Platz vor der Bühne füllte sich nach und nach. Die Sängerin wußte mit ihrem klaren Organ durchaus Akzente zu setzen. Für einige Fans wirkte gerade dieses helle, hohe Organ bei den schnelleren Thrash-Einlagen ein wenig befremdlich. Das Leadgitarrenspiel wies unverkennbare Iron Maiden-Einflüsse auf, die dem guten Powermetal/Thrash der Gruppe, eine klassische Struktur gaben, der mit vielen überraschenden Geschwindigkeitswechseln von stampfenden Midtempo-Rhythmen bis schnellen Bassläufen durchsetzt gespielt wurde, um plötzlich wieder ins mittlere Tempo zurückzufallen. Stücke wie The Wings Of Evil, It's All Time oder World Demise gingen gut in Ohr und Beine. Zuschauer und Fans waren zufrieden, wie der zeitweilige respektable Applaus bewieß.
Forgiven? hatten ihren Anheizerjob ordentlich erledigt, um nach knapp dreiviertelstündigem Auftritt die Bühne freizumachen für die nächste Band, deren erste Klänge nach etwa knapp halbstündiger Umbaupause um kurz vor 22 Uhr durch den Saal hallten.

Death Reality

Derweil hatten sich viele Fans vor der Bühne eingefunden und sogar bis in die hinteren Reihen im Sägewerk versammelt, um dem heftigen, zeitweise mit Thrash-Anleihen durchsetzten oftmals pfeilschnellen Grind-Death-Metal der Leipziger Formation Death Reality beizuwohnen, die sich dementsprechend hochmotiviert gleich vom ersten Stück an mächtig ins Zeug legte, um das Fanpublikum im Neukirchener Sägewerk so richtig zum Kochen zu bringen! Gewaltige Hochgeschwindigkeitsorgien, stakkatoartige Bassläufe heftiges Grindcore-Drumming und wildes Stageacting der Sechsseiten-Fraktion brachten den Moshpit, sowie die Reihen der Fans vor der Bühne zum Abgehen, dass die Schwarte krachte und kein Auge trocken blieb! Immer wieder frenetische Anfeuerungsrufe des doch sehr stark auf Death-Metal eingestimmten Publikums entlockten der Band ein mehrfaches Grinsen. Die gute Laune sollte sich von Stück zu Stück steigern. Death Reality spielten das aus meiner Sicht erwartet brutal schnelle Brett und gaben den Fans das, was sie brauchten, die Vollbedienung pur! Sie spielten sich im wahrsten Sinne des Wortes »den Arsch ab«, gingen von vornherein straight und kompromißlos zur Sache.
Bei den teilweise immens hohen Geschwindigkeiten, die das Leipziger Quartett auffuhr, wundert es nicht, wenn manch einer am darauffolgenden Sonntag mit Halswirbel- und Nackenmuskelkater in der Kiste lag. Im Blickpunkt des Geschehens stand eindeutig Death Reality Sänger Michael. Dieser erwies sich als Energiebündel wie man kaum ein zweites findet. Ein äußerst agiler Shouter, der die Leute pausenlos nach vorn peitschte, um erst nach Ende des Songs zur Ruhe kommend, gleich beim nächsten Stück wieder von Beginn an Vollgas zu geben und zu Bangen, was die Matte hergab! Unglaublich, so etwas sieht man nur allzu selten. Diesen sympathischen Frontmann, der zudem noch mit reihenweise lockeren Ansagen zu überzeugen wußte, sollte man mitsamt Band einmal live erlebt haben! Die Gitarrenfraktion überzeugte durch viel Härte, höllische Geschwindigkeit und zahlreiche gut getimte Riff- und Tempowechsel, während der Drummer Felle und Becken seiner »Schießbude« an allen Ecken und Enden krachen ließ!
Anhänger brutalsten Extrem-Deathmetals, die beispielsweise Gruppen wie Cryptopsy, Vomitory, Pungent Stench oder Cannibal Corpse zu ihren Faves zählen, dürften auch an Death Reality ihre helle Freude gefunden haben! Das Publikum im Neukirchener Sägewerk dankte es der Band und feierte sie begeistert ab! Lautstarke Zugaberufe und die schon seit geraumer Zeit fast überall bei Auftritten von Acts der knallharten Gangart ertönenden, mitunter ein wenig unangebrachten, oftmals überflüssigen »Slayer, Slayer«-Rufe durften ebenfalls nicht fehlen. Das Sägewerk stand Kopf, der Mob tobte!
Einziges Manko des guten Auftritts: Sänger Michaels Gesang kam streckenweise ein wenig zu leise rüber, ansonsten gab es an dem überzeugenden Auftritt von Death Reality nichts auszusetzen. Sie kamen, sahen und traten kräftig in den Hintern! Stücke wie: Blasphemous Bleeding, Mutual Mortifying, Butchered Souls oder Under My Boots sprechen eine unverkennbar deutliche Sprache! Wohin man den Blick auch schweifen ließ: Viele zufriedene Fans, die entweder im Takt mitbangten, ungläubig staunten oder stürmisch jubelnd die Hände in die Höhe streckten. Death Reality hatten mit ihrem knapp dreiviertelstündigen Set bereits gut »abgeräumt«, weswegen manch einer bereits glaubte, das überhaupt keine Steigerung mehr möglich sein könne. Dieser Glaube sollte sich, wie sich im Laufe des Abends herausstellte, als restlos falsch erweisen.

Soul Demise

Auf den Set von Death Reality folgte eine Steigerung - und was für eine! Nach einer weiteren gut zwanzigminütigen Umbaupause betrat die Nürnberger Death-Metal-Combo Soul Demise die Bühne. Mittlerweile zeigte das Ziffernblatt des Zeiteisens 22:55 Uhr. Dem Einspielen nach zu urteilen, hätte man diese Band glatt als Old-Shool-Deather mit schleppend-doomigem Touch eingeschätzt. Wer anfangs zu dieser Einschätzung kam, wurde gleich darauf mit dem ersten Stück eines Besseren belehrt. Es folgte eine wahnsinnig schnelle, rhythmische und arschtighte, voll auf die Glocke hauende Performance, die es nicht nur soundtechnisch oberhammermäßig fett in sich hatte! Soul Demise spielten knüppelharten Death-Metal mit tödlichen Hooks! Ähnlich wie schon bei Death Reality wurden auch hier keine Gefangenen gemacht! Massige Breaks, zentnerschwere, fette Riffs und krachende Hooks wechselten sich mit heftigen Blast-Speed-Attacken in häufiger Regelmäßigkeit ab. Der Sound des Fünfers kam wunderschön klar, präzise und äußerst wuchtig zur Geltung. Die beiden Gitarristen bildeten eine druckvolle, massive Soundwand, die Rhythmusfraktion groovte mörderisch, Bass und Schlagzeug bildeten eine bestens harmonierende Einheit. Der Schlagzeuger bearbeitete Becken und Felle seiner Schießbude derart brachial, als ob Drummerlegende Gene Hoglan persönlich hinter der Schießbude säße.
Der auffällige Frontmann der Band mit seinem langen Kinnbart und den glatten dunkelbraunen Haaren bis zum Allerwertesten gebärdete sich wie ein Derwisch. Der Shouter zeigte sich wie die gesamte Band ebenfalls sehr beweglich und hüpfte immer wieder rumpelstilzchenartig auf der Stelle, schnitt komische Grimassen oder rannte ab und an von einer Seite zur anderen tobend über die Bühne. Dem Publikum schien es zu gefallen, zumal er mit seinen witzigen Ansagen und seinen seltsamen Gebärden die Fans locker zum Mitmachen animierte. Ausgestattet mit einer kräftig tiefen, extrem dreckigen, räudigen Stimme, gehört dieser Shouter zweifellos zu den guten des Death-Metal-Genres.
Das anwesende Publikum im Neukirchener Sägewerk war zunächst einmal sprachlos. Die an den Tag gelegte Spielfreude der Band übertrug sich jedoch gleich nach dem ersten Stück recht schnell auf's Publikum! Soul Demise machten gewaltig Dampf. Schon vom ersten Stück an ging die Band bis in die Haarspitzen motiviert zur Sache als wolle man die gesamte Location dem Erdboden gleichmachen, was man den oftmals lächelnden Musikern dieser ebenfalls recht sympathischen Band während des Gigs ansah! Ausnahmslos alle Stücke von Soul Demise gingen mächtig auf die Zwölf. Auch die langsameren Riffs zwischen den einzelnen Tracks schallten derart fett, groovig und krachend aus den Boxen, dazu stellenweise zweistimmiger kräftiger Gesang, dass man sie als Metalfan der härteren Gangart einfach lieben musste! Spätestens jetzt gab es überhaupt kein Halten mehr im Neukirchener Sägewerk, die Metal-Fans rasteten reihenweise aus, es wurde bis zum Anschlag gebangt was die Matte hergab! Selbst auf den hinteren Sitzplätzen des Sägewerks wurde fast ausnahmslos gebangt, was das Zeug hielt! Soul Demise waren schon ziemlich nahe am Grindcore dran. Hypocrisy, Six Feet Under, Death und Malevolent Creation Fans kamen gleichermaßen auf ihre Kosten! Diese gnadenlose Vollbedienung der fünf Bayern brachte das Publikum im Sägewerk endgültig aus dem Häuschen! Zahlreiche fast ausnahmslos dem Gehörnten zum Gruße erhobene Hände boten ein beeindruckendes Bild! Ausgelassen feiernde, fleißig um die Wette bangende und tobende Fans, die das allerletzte aus sich herausholten sowie einhundert Prozent schweißtreibendes Stageacting, was konnte man als Extrem Death-Metal-Fan mehr erwarten? Arschtight und voll auf die Zwölf bleibt in diesem Fall nur zu bilanzieren!
Als Headliner sollte man sich dreimal überlegen, ob man diese Band ins Vorprogramm nimmt, um nicht mit der Kraft einer mächtigen Stahlwalze an die Wand gespielt zu werden! Nicht nur für mich hießen die Sieger des Abends mit klarem Punktabstand vor allen drei anderen Combos eindeutig Soul Demise! Das Gros aller Festivalbesucher war sich dessen einig. Nicht nur der Tatsache wegen, dass sie sich den bis dahin größten Applaus verdienten, sondern weil sie auch noch Zugaben spielten und einen durch die Bank weg kraftvoll soliden Set hinlegten, an den sich viele Fans die beim ersten Remission-Records-Festival im Neukirchener Sägewerk anwesend waren, hoffentlich noch gern und lange zurückerinnern. Minutenlange Zugaberufe und Soul Demise-Sprechchöre des Publikums während und nach dem Gig bestätigten es, diese Band war absolut höhrens- und sehenswert. Kultig!

Crack Up

Als sich etwa eine Viertel Stunde nach Mitternacht mit Crack Up die letzte Band des Abends auf der Bühne repräsentierte wurde es bereits merklich leerer im Neukirchener Sägewerk.
Die Essener Death 'n' Roll-Formation hatte sogar eine kleine Fangemeinde aus dem Ruhrpott mitgebracht, die versuchte, den Laden noch einmal richtig in Schwung zu bringen. Auch hier gingen die Fans anschließend noch einmal gut ab. Die Band, die mittlerweile gut ein halbes Dutzend Alben am Start hat, servierte den Fans ein volles Brett Death 'n' Roll mit heftigen Grooves der spätestens seit dem Album Heads Will Roll zum Markenzeichen des Quartetts geworden ist. Die erhoffte zahlreiche Resonanz zu später Stunde blieb jedoch aus. Soul Demise hatten mit ihrem gelungenen Set vorher bereits voll abgeräumt, da konnte auch eine völlig deplazierte Ansage des Sängers, »Es ist Scheiße hier, Leute kommt doch mal näher nach vorne zur Bühne«, auch nicht mehr viel reißen. Wenn es »Scheiße« ist, warum spielt man dann überhaupt, statt die Instrumente ruhen zu lassen? Mit einem solch blasierten Gehabe macht man sich nicht nur Freunde. Soweit, so gut.
Die mitgebrachten Fans des Vierers sorgten zwar vor der Bühne für einige Stimmung, das Publikum im Sägewerk war jedoch bei weitem nicht mehr so zahlreich verblieben, um den Klängen der Essener Band zu lauschen. Diejenigen, die es dennoch taten, wurden zwar auch von diesem zufriedenstellenden Act nicht enttäuscht, der eigenwillige Death 'n' Roll von Crack Up war allerdings längst nicht mehr eines jeden Sache. Dem vom Gig der Band überzeugten, eingeschworenen Fankreis war das jedoch relativ egal. Statt zu bangen, durfte ausgelassen getanzt, wild rumgeflippt und heftig gefeiert werden! Die wenigen Headbanger waren diesbezüglich in der Minderheit.
Das Publikum von Crack Up gab ebenso wie die Band zu später Stunde noch einmal alles. Etwa gegen 01:30 Uhr war dann endgültig »Schicht im Schacht« und ein gelungener Metal-Abend zu Ende.

Ein Nachwort zum Festival:
Leider hinterließ auch dieses für die nordhessische Region äußerst lukrative Heavy-Metal-Festival ähnlich wie das 1. Himmel-Open-Air einen kleinen Makel, den es irgendwann einmal (vielleicht spätestens im nächsten Jahr) zu beheben gilt: Es müssen einfach weitaus mehr Fans kommen, wenn ein solches Spektakel stattfindet, das ist die eine Seite der Medaille. Alle Fans, Bands und Veranstalter die ein solches Metalfestival für die Fangemeinde unserer geliebten Musik organisieren, sollten dahingehend die bestmögliche Unterstützung seitens der Fans, für die das Festival in erster Linie gedacht ist, finden. An den musikalischen Qualitäten der vier teilnehmen Bands kann es nicht gelegen haben. Alle vier Bands haben ihre Sache ordentlich gemacht und gezeigt, dass man in der Lage ist, dem Publikum einen höhrens- und sehenswerten Live-Gig zu präsentieren. Die andere Seite der Medaille ist die, dass man sich zukünftig einmal nähere Gedanken über die Zusammenstellung des Bandbillings zwecks einer größeren Vielfalt machen sollte, d.h. das angebotene Spektrum des Events beispielsweise um Stilrichtungen wie Power-, Gothic- und Blackmetal zu erweitern, um eine noch größere Fanschicht als an diesem Abend anzusprechen. Die Death-Metal-Fraktion war bei diesem Event wie erwartet gut und recht zahlreich vertreten, doch gilt es meiner Meinung nach gerade hier folgendes zu bedenken: Es gibt zahlreiche Fans anderer Heavy-Metal-Sparten, die sicher erst dann solche Events besuchen, wenn ihre Richtung vertreten ist. Sorry, dieser Einwand ist nicht negativ gemeint, sondern lediglich als kleine Anregung dafür gedacht, was man an einem Festival verbessern oder wie man es zukünftig noch sinnvoller gestalten kann.
Tatsache ist: Klassische HM-Fans sind auf Death-Metal Konzerten nun einmal seltener gesät, ebenso verhält es sich mit Extrem-Metal-Fans (beispielsweise Thrash-/Death- und Blackmetal-Anhängern) auf klassischen Metal-Konzerten. Die Kombination mehrerer Richtungen auf einem gemeinsamen Festival wäre durchaus logisch und sinnvoll. Ein Punkt, den man bezüglich solcher Undergroundfestivals einmal neu überdenken sollte. Ein zweiter Punkt, der als Anregung hinzu kommt, verdient es ebenfalls, beim nächsten Mal ein wenig stärker berücksichtigt zu werden. Eigentlich hätte man auch für das leibliche Wohl sorgen müssen, weil viele Fans zu späterer Zeit hungrig sind und sich statt vorzeitig heimzufahren auf dem Gelände schnell mal eine Bratwurst, Currywurst oder eine Portion Pommes ziehen könnten. Schade!
Wenn man diese beiden künftig veränderbaren Aspekte einmal hinten anstellt, hinterließ das erste RR-Festival einen hervorragenden Eindruck. Die Stimmung der ausgelassen feiernden, friedlichen Metalfans im Neukirchener Sägewerk läßt sich am besten mit gut bis ausgezeichnet beschreiben. Ein großes Danke an dieser Stelle vom Verfasser des Berichtes an das gesamte Remission-Records-Team um Christian Otto und Yvonne, das bezüglich Ausrichtung, Bandauswahl etc. hervorragende Arbeit geleistet hat. Gratulation! Ein weiteres Danke an dieser Stelle allen freiwilligen Helfern, ohne deren engagierte Mithilfe ein solches Festival nicht möglich wäre, und natürlich ebenfalls an die Person hinterm Mischpult, die dafür sorgte, dass alle vier Bands soundtechnisch gleiche Bedingungen vorfanden. Ein solch gut organisiertes Underground-Metalfestival wie dieses findet man gerade in der Region nur allzu selten und es bleibt abzuwarten, ob vielleicht auch im nächsten Jahr wieder eines stattfindet, wünschenswert wäre es auf jeden Fall; ob es allerdings dazu kommt, darüber entscheiden letztendlich auch wieder die Fans, denn: ohne Resonanz kein Tanz! Deshalb wäre es begrüßenswert, wenn man auch im nächsten Jahr wieder solch einen gelungenen Event im Neukirchener Sägewerk organisieren könnte. Dafür müßten sich die Heavy-Metal-Fans der Region jedoch noch ein wenig zahlreicher engagieren als bisher, schließlich verursacht jedes Festival auch Kosten ...

Toschi

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CD/DVD-Reviews:

CD-Review: Death Reality - Bloodprints
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CD-Review: Soul Demise - Acts Of Hate
CD-Review: Soul Demise - Blind

Live-Reviews:

23.02.2002: Night In Gales, Crack Up, Dew Scented (Forellenhof, Salzgitter)
11.08.2005 bis 13.08.2005: Party San Open Air (Bad Berka)
08.02.2002: Napalm Death, Soul Demise, Hug Baby (Pressenwerk, Bad Salzungen)


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