Live-Reviews

Debase, Seven Witches, Annihilator

26.05.2002, Ludwigsburg Rockfabrik

Zuerst fiel mir an diesem angenehmen Frühlingsabend die frappierende Leere der Rockfabrik auf. In einer sonst meist gut gefüllten Halle wirkten die ca. 150 Leute doch etwas verloren. Woran das wohl liegt? Am Konzertüberfluss in der Region Stuttgart, oder etwas doch am Billing?

Sei's drum, los ging es mit Debase einer schwedischen Power Metal Truppe. Ich hatte den Namen vorher noch nie gehört, das machte auch überhaupt nichts, denn man hat nichts verpasst wenn man diese Band nicht gesehen hat. Vielleicht ist das ja auf Tonträger anders, live wirkte die Band jedoch über weite Strecken arg identitätslos. Die Songs rauschten an mir vorbei und ich war froh als der Gig aus war und eine kurze Umbaupause folgte.

Die Stimmung in der RoFa stieg ein wenig an, als Seven Witches dann loslegten. Man spielte überwiegend Songs des neuen Xiled To Infinity And One Albums. Jedoch bleibt anzumerken, dass ältere Songs wie Kamelot oder auch das geniale The Answer doch besser bei den Fans ankamen. Blickfang der Band ist ganz eindeutig der ungemein agile Jack Frost der sich während des gesamten Gigs auf der Bühne austobte. Klasse auch der Aushilfsbasser Joey Vera (hat ja bekanntlich das Album von Seven Witches produziert), der zwar nicht ganz so heftig wie bei seiner Hauptband Armored Saint abging aber immer noch mehr Power hat als 90% der ganzen True Metal Kiddies. Einziger Schwachpunkt eines sonst gelungenen Auftritts war für mich Sänger Wade Black, den ich aber auch schon auf Platte nicht mag, stimmlich gesehen natürlich. Mit einem besseren Sänger wären die Songs wahrscheinlich noch deutlich besser. Was soll's, alles in allem eine gute Show!

Nach einem nervigen Intro war es dann so weit, Annihilator betraten die Bühne und gaben in den folgenden fast zwei Stunden richtig Gas. Was ich der Band hoch anrechne ist der pure Spielspaß, den die Kanadier versprühen, man merkte nichts von einer etwaigen Enttäuschung ob des geringen Zuschauerzuspruches. Man spielte für die wahren Fans was auch Sänger Joe Comeau während einer Ansage heraushob. Es war einfach eine klasse Stimmung auf und vor der Bühne. Egal ob nun neue Songs wie Ultra-Motion, Torn oder The Blackest Day gezockt wurden oder ältere Songs wie Set The World On Fire, King Of The Kill und I Am In Command. Jeff Waters ist einfach ein begnadeter Gitarrist und der nicht mehr ganz so neue Sänger Comeau überzeugte auch auf ganzer Linie, natürlich wird er nie ein richtiger Sänger a la Bruce Dickinson sein, dafür hat er einen besseren Klamottengeschmack als der Brite und reißt sich wirklich den Arsch auf! Höhepunkt war für mich ganz klar die Zugabe Crystal Ann/Alison Hell sowie der Hammer Never, Neverland. Von mir aus hätte es auch noch weiter gehen können, aber irgendwann ist halt immer Schluss, ich werde jedenfalls auch auf der nächsten Tour von Annihilator dabei sein und hoffe, dass sich dann ein paar mehr Leute zu einem Konzertbesuch aufraffen können.

Lars

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Interviews:

Interview: Annihilator, 28.03.2002 Riff Puzzle

CD/DVD-Reviews:

CD-Review: Annihilator - Schizo Deluxe
CD-Review: Annihilator - Double Live Annihilation
CD-Review: Annihilator - Waking The Fury
CD-Review: Seven Witches - Amped

Live-Reviews:

05.06.2007 bis 09.06.2007: Swedenrock-Festival (Sölvesborg (S))
31.07.2003 bis 02.08.2003: 14. Wacken Open Air (Wacken)
02.08.2001 bis 04.08.2001: Wacken Open Air 2001 (Wacken)


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