Live-Reviews

Summer Breeze 2007

16.08.2007 bis 18.08.2007, Dinkelsbühl

10-jähriges Jubiläum, klar will man sich da als Veranstalter selbst ein Denkmal setzen. Die Anreise gestaltete sich aber am Donnerstag als Katastrophe. Durch den Regen waren die Zufahrtswege überbeansprucht, durch längere Kontrollen nach Glas und anderen verbotenen Gegenständen staute sich der Anreiseverkehr auf mehrere Kilometer zurück, man berichtet von einigen Stunden Wartezeit.
Als der freundliche (?) Polizist uns nach dem Check-In am Pressecontainer an das Ende der Schlange zurück schicken wollte, also geschätzte drei Kilometer bzw. drei Stunden Wartezeit, war für mich die Anreise schon gelaufen ...
Glücklicherweise gab es noch freundliche Securityleute und einen VIP-Eingang, so dass uns das doch erspart blieb. Nun ja, es sollte also voll werden, aber es war (wie immer) gut, aber lest selbst: Frank

Doro (16.08.07, Main Stage)

Frau Pesch hat ja in den letzten Jahren öfters mal die Betrunkenen auf einigen Festivals belästigt. Erfolgreich konnte ich mich bislang vor einer direkten Konfrontation drücken. Dummerweise quatschte ich mich dieses mal an einem Bierstand fest, so dass ich nicht schnell genug wegkam. Naja, wenn ich schon hier rumstehe, kann ich der Dame auch mal lauschen.
Hätt ich's lieber nicht gemacht. Leider musste ich feststellen, dass Doro lange nicht mehr das Stimmvolumen alter Tage hat. Zusätzlich kommt noch, dass sie gegenüber anderen Sangesdamen des Metal-Genres eher durchschnittliche gesangliche Qualitäten besitzt. Selbst die alten Warlock-Klassiker kamen nicht besonders gut rüber.
Doro lebt leider nur noch von ihrem Kultstatus, den sie sich in den 80ern mit Warlock aufgebaut hat. Positiv an der Show war die Teilnahme von Chris Caffrey an der Gitarre, der sich aber wahrscheinlich mit den Warlock- und Doro-Songs ziemlich gelangweilt haben sollte. Judge

Tanzwut (16.08.07, Pain Stage)

Tanzwut, wie üblich die Exoten und Paradiesvögel des Festivals sorgten auch diesmal für ordentlich Andrang vor der Bühne. Auch wenn man so manchem die Verwunderung über das, was da auf der Bühne los war ansah, die Stimmung war prächtig.
Mit dem Sound haben sie diesmal leider nicht so viel Glück gehabt. Das Keyboard kam viel zu deutlich heraus. »Bitte Bitte«, »Lügner«, »Der Wächter«, sie spielten fast alles, was das Herz begehrt und auch bei der Show hat sich nichts verändert. Wer Tanzwut mag, kam voll auf seine Kosten.
Zum Schluss wurde der Durst dann aber wohl doch übermächtig. Mit »Schattenreiter« und den Worten »Wir müssen uns dem Biere widmen ...« verabschiedeten sich Teufel und Co irgendwie zu plötzlich. Wirklich vermisst habe ich »Götterdämmerung«. Manche mögen es vielleicht über sein, aber für mich gehört es halt dazu. Waltraud

Amon Amarth (16.08.07, Main Stage)

Jetzt wurde es richtig eng vor der Bühne. Amon Amarth machten ihren Antrittsbesuch beim Summer Breeze. Dieses Jahr kamen sie mit einem riesigen Wikingerschiff, das fast die ganze Bühne einnahm. Zur Show gibt es sonst wenig zu berichten, souverän wie immer verrichtete Johan Hegg mit seinen Mannen seine Arbeit. Das ganze wurde durch Pyroeffekte und Wikingerkämpfe unterstützt.
Songs wie »Death In Fire« oder »Victorious March« ließen das Publikum nicht zur Ruhe kommen. Ein würdiger Headliner für den ersten Festivaltag, nur das Gelände erwies sich hier schon als etwas zu klein für die Menschenmassen. Frank

Deadlock (16.08.07, Partytent)

Zu guter letzt machten wir uns dann noch auf ins Partyzelt um uns Deadlock anzusehen und wir waren schon erstaunt, wie viele noch dort hin fanden. Das Zelt war gerammelt voll und die Stimmung schon vorher großartig.
Deadlock kannte ich vorher nicht, aber sie konnten mich voll überzeugen. Die perfekte Band für die Party danach. Ohne eine spur von Müdigkeit und mit guter Laune zeigten sie eine solide Show. Besonders einprägsam ist das Wechselspiel zwischen dem Sänger und der Sängerin. Das Mädel bewegt sich völlig ohne Allüren und Kostümierung auf der Bühne und überzeugt ganz einfach mit einer enormen Stimmgewalt. Waltraud

Nightrage (16.08.07, Partytent)

Nightrage machten ihrem Namen alle Ehre. Das Partyzelt ist trotz der späten Stunde immer noch erstaunlich voll. Die Stimmung ist ausgelassen und es gibt immer noch viele Moshpits.
Die gesamte Band liefert eine klasse Show, aber insbesondere der Sänger sticht heraus. Er sorgt mit heftigen Shouts, bösesten Grunts und melodischem Gesang für sehr viel Abwechslung. Waltraud

Hevein (17.08.07, Pain Stage)

Ein gutes Händchen für besondere Acts hatte man beim Summer Breeze schon immer. So auch dieses Jahr bei Hevein: Ursprünglich als reines Nebenprojekt gestartet, schafften es Finnen eine beachtliche Menge Fans vor der Bühne zu versammeln.
Klar, dass man mit der Unterstützung von Violine und Cello einen gewissen Exotenbonus hat, aber auch durch ihren hervorragenden Sound konnten sie eine gute Stimmung unter dem Publikum verbreiten. Als schließlich das geniale Pantera Cover »Walk« gespielt wurde, gab es kein Halten mehr, weder auf noch vor der Bühne. Frank

Sirenia (17.08.07, Main Stage)

Und nun die große Enttäuschung des Festivals: Hatte ich schon aufgrund des letzten Sirenia Albums nicht allzu viel vom Liveauftritt erwartet, sind meine Erwartung deutlich unterboten worden.
Selten sieht man auf einem Festival eine so ausdruckslose Sängerin, wie auf diesem Sirenia Gig. Das komplette Konzert ist zu einer gigantischen, belanglosen Karaokeshow verkommen. Nicht nur, dass die neuen Songs am Publikum vorüber gingen, bei den alten (eigentlich guten) Songs wie »Sister Nightfall« und »Meridian«, kam ein großer Teil vom Band, so dass die neue Sängerin nur noch als eine Art schlechte Vorturnerin fungierte.
Sorry, DAS konnte ich mir wirklich nicht bis zum Schluss antun ... Frank

Finntroll (17.08.07, Main Stage)

Auf dem Summer Breeze bereits alte Bekannte sind Finntroll. Schon das fünfte Mal haben die Skandinavier den Weg in den Süden Deutschlands gefunden. Das Bier schmeckt hier eben immer noch am besten ...
Finntroll sind dann auch in gewisser Weise älter geworden, was nicht negativ zu verstehen ist. Sie scheinen einfach das allzu jungenhafte etwas abgelegt zu haben und machten auf mich einen wesentlich kraftvolleren Eindruck als früher. Kurz um, sie lieferten eine großartige Show. Die Massen vor der Bühne hatten sie voll im Griff ich habe selten habe ich so viele Crowdsurfer und derartig schwitzende Security gesehen wie bei hier. Weiter so. Waltraud

Bolt Thrower (17.08.07, Main Stage)

Bolt Thrower hatten am Anfang Probleme mit dem Sound aber nach einer Weile hatten sie ihn doch hin noch hinbekommen. Sie brachten die Bühne wie immer zum Beben mit Songs wie »Foreven Fallen«, »World Eater«, »Cenotaph«, »4th Crusade«, »No Guts No Glory« und »Mercenary«, um nur einige zu nennen. Man ich kann euch sagen, Bolth Trower grooven live, die muss man einfach mal gesehen haben. Monika

Maroon (18.08.07, Pain Stage)

Es ist Samstag 14 Uhr und vor der Bühne befanden sich einige hundert Maroonfans, ein paar Frühaufsteher und viele übrig gebliebene. Sehr viele sind schon gezeichnet von den letzten Tagen und zu Anfang ist es dann auch verhältnismäßig ruhig.
Maroon dagegen zeigen keinerlei Müdigkeit. Der Sänger, der offensichtlich die morgendliche Dusche mit einer Schlammpfütze verwechselt hat, reißt die Leute nach und nach mit, aber für eine richtige Anstrengung scheint es den Fans wohl einfach noch zu früh.
Als Zugaben verlangt werden, meint der Sänger, er wolle noch mal was spielen, will die Leute aber alle toben sehen. Der übliche Spruch ... und dann ein ganz seltsames Erlebnis ... die Fans gehorchen brav. Die Masse dreht sich geschlossen um und bewegt sich 15m zurück. Als haben sie nur auf diese Aufforderung gewartet beginnen die vorderen dreißig Meter wie die besessenen zu toben ... Waltraud

Communic (18.08.07, Pain Stage)

Ein bisschen Fehl am Platz könnten sich Communic mit ihrer progressiv thrashigen Musik schon vorkommen, schaut man auf den Rest des Festival-Billings. Das schien die drei Nordmänner allerdings nicht zu interessieren, denn vor der Bühne versammelten sich am frühen Nachmittag bei herrlichstem Sonnenschein doch weit aus mehr Menschen, als ich erwartet hätte.
Die Musiker hatten richtig Spaß mit ihrem Material und den Reaktionen der Fans. Sänger- und Gitarrengenie Oddleif entwickelt sich auch so langsam zu einem richtigen Frontmann. Hat man ihn vor einem Jahr noch ab und an zwischen den Songs schüchtern zu seinem Verstärker laufen sehen um alibimäßig ein paar Knöpfchen hier und dorthin zu drehen, heizte er auf dem Summer Breeze die Leute richtig an, machte Stimmung und freute sich mit dem Publikum. Die werden noch zu einer richtig brillanten Live-Band.
Spielerisch und musikalisch gehören sie ja bekanntlich zur absoluten Top-Elite (oder gibt es tatsächlich noch ein paar Ignoranten, die die Band gar nicht kennen? Falls ja, ab in den nächsten CD-Shop!! Anhören!). Mich wird man jedenfalls auf der Tour im September wieder finden. Dann kann man hoffentlich auch mehr als 35 Minuten mit vier Songs erwarten. Judge

Dark Tranquillity (18.08.07, Main Stage)

Schon anhand der vielen Dark Tranquillity T-Shirts war zu erkennen, dass es bei den Schweden voll werden würde und dem war dann auch so. Die Stimmung war bombastisch und Mikael Stanne und seine Jungs gaben ihr letztes. Einmal ließ Mikael sich sogar von seinen Fans auf Händen tragen, eine Runde Croudsurfing war angesagt.
Dark Tranquillitys sonst üblicher Abschlusssong, »Final Resistance«, kam diesmal ausnahmsweise in der Mitte des Sets und Mikael beeilte sich zu versichern, dass das nicht das Ende sei, aber sein Sorge war wohl eher unbegründet. Die Fans hätten ihn und seine Jungs so bald ohnehin nicht von der Bühne gelassen. Eine sehr gelungene Show. Waltraud

Oomph (18.08.07, Main Stage)

Es ist schon etwas dunkler geworden als Oomph die Bühne entern und wer sie schon mal live gesehen hat weiß, dass sie eine sehr gute Show abliefern.
Diesmal war sie leider ein wenig von Pannen gespickt, denn Sänger Dero plumpste von der Bühne, doch das sollte ihn auch nicht beeindrucken, freudestrahlend kletterte er wieder auf die Bühne und weiter ging's.
Die Fans waren hin und weg und feierten die Band so richtig ab, ist ja auch kein Wunder, denn Songs wie »Augen auf, ich komme« und »Gott ist ein Popstar« sollten nicht auf sich warten lassen. Monika

Pain (18.08.07, Pain Stage)

Ja und zum Schluss das Beste! Pain machten dieses Jahr den Abschluss auf dem Hauptgelände und ich muss leider sagen, dass ich es echt verflucht habe, dass ich mir das Knie gebrochen hatte und auf der Behindertenbühne stehen musste. Von dort aus konnte ich ungefähr soviel sehen wie, oh dort laufen drei Leute mit Instrumenten herum, aber wer ist wer? Was aber nicht heisst, dass die Jungs schlecht waren, denn Peter und seine Mannschaft legten die Bühne fast Wort wörtlich in Schutt und Asche.
Die Lightshow war echt genial mit ihren Leinwänden und den Effekten gaben sie ein harmonisches Gesamtbild ab. Und musikalisch sind sie einfach nur geil. Monika

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Interviews:

Interview: Maroon, 22.03.2006 man sollte sich schon gut verstehen, sonst können vier oder sechs Wochen Tour ganz schnell zu Zerreissprobe werden
Interview: Doro, 17.04.2003 Jedes Album kommt tief aus dem Herzen, es ist vorher nie so geplant
Interview: Tanzwut, 06.05.2006 Keinen Bock auf Ritterrock

CD/DVD-Reviews:

CD-Review: Amon Amarth - With Oden On Our Side
CD-Review: Dark Tranquillity - Damage Done
CD-Review: Maroon - When Worlds Collide
CD-Review: Pain - Psalms Of Extinction
DVD-Review: Doro - Für immer
CD-Review: Doro - Fight

Live-Reviews:

03.08.2006 bis 05.08.2006: 17. Wacken Open Air (Wacken)
11.08.2005 bis 13.08.2005: Party San Open Air (Bad Berka)
13.05.2005 bis 15.05.2005: Rockhard Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
05.08.2004 bis 07.08.2004: 15. Wacken Open Air (Wacken)
21.08.2003 bis 23.08.2003: Summer Breeze 2003 (Abtsgmünd)
04.07.2003 bis 06.07.2003: With Full Force X (Roitzschjora, Flugplatz)
15.04.2003: Wacken Warm-Up Party (Kassel, Musiktheater)
22.08.2002 bis 24.08.2002: Summer Breeze 2002 (Abtsgmünd)
19.08.2004 bis 21.08.2004: Summer Breeze 2004 (Abtsgmünd)
18.08.2005 bis 20.08.2005: Summer Breeze 2005 (Abtsgmünd)
07.08.2008 bis 09.08.2008: Party San Open Air (Bad Berka)
02.06.2006 bis 04.06.2006: Rockhard-Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
26.01.2002: Bolt Thrower, Benediction, Fleshcrawl, Disbelief (Kallewerk, Bad Salzungen)
12.10.2002: Soilwork, Pain, In Flames (Osnabrück, Hyde-Park)
16.01.2001: Samsas Traum, Pain, Atrocity (Batschkapp, Frankfurt)
24.06.2005 bis 25.06.2005: Bang Your Head-Festival (Balingen)
17.04.2003: Doro, Rawhead Rexx, Judge For Yourself (Ziegenhain, Kulturhalle)
01.08.2002 bis 03.08.2002: Wacken Open Air 2002 (Wacken)
04.08.2005 bis 06.08.2005: 16. Wacken Open Air (Wacken)
28.12.2004: On A Dark Winter's Night-Festival (Oberhausen, König-Pilsener-Arena)
06.05.2006: Tanzwut, Red Ink (Bad Salzungen, Pressenwerk)
23.10.2001: Tanzwut (Ballhaus Felsenkeller, Höxter)
21.07.2005 bis 23.07.2005: Earthshaker-Festival (Geiselwind)
23.06.2006 bis 24.06.2006: Bang Your Head Festival (Balingen)


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