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Tanzwut, Red Ink

06.05.2006, Bad Salzungen, Pressenwerk

Red Ink
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Red Ink, ein eher langweiliger, uninteressanter Bandname, so dass ich mich vor dem Tanzwut Konzert nicht dazu veranlasst fühlte, irgendwelche Informationen über diese Band einzuholen. Um so positiver wurde ich von den sechs Berlinern überrascht. Unerwartet hart, ausdrucksvoll und sehr eigenständig machte der Supportact gleich zu Beginn keine Gefangenen und heizte dem Publikum mächtig ein.
Der sympatische und ausdrucksvolle Sänger strotzte nur so vor Energie und war offensichtlich ordentlich beeindruckt von den Tanzwut Fans der vergangenen drei Tourauftritte, so dass er dem Publikum einen aufregenden und spaßigen Abend prophezeite. Der Sound war für einen Supportact ungewöhnlich gut, obwohl die (E-)Geigerin zeitweise in der Soundwand etwas unterging, schade eigentlich.
Was den Sänger dazu bewogen haben mag, sich quer über den Bauch »nefastus« tätowieren zu lassen, bedarf auch noch einer Klärung. Jedenfalls ein gelungener, 40 minütiger AUftakt, um das Publikum aufzuwärmen ...

Tanzwut
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Tanzwut sind wohl doch irgendwie eine Boygroup, aufgrund der rein männlichen Besetzung sowieso. Jedenfalls waren die ersten drei Reihen vor der Bühne des inzwischen vollständig gefüllten Pressenwerks, auch wenn's nur die kleine Halle war, fast ausschließlich mit weiblichen Fans besetzt.
Das Set begann mit dem »Toccata« (inkl. Intro), dem wohl besten Stück des (meiner Meinung nach ziemlich schwachen) Tanzwut Albums »Schattenreiter«. Die darauf folgenden Stücke »Ihr wolltet Spass« und »Labyrinth« aus den voran gegangenen Alben sorgten dann dafür, beim gesamten Publikum eine ausgelassenen, »tanzwütige« Stimmung hervorzurufen. Teufel war sichtlich erfreut über den Erfolg und lieferte eine erstklassige Show. Er sparte nicht daran, das Publikum in seine Ansagen und Songs einzubeziehen und versuchte, die Stimmung nicht abflauen zu lassen; leider war das Publikum zeitweise doch noch etwas verhalten.
Wie schon erwähnt, bin ich vom neuesten Album nicht sonderlich begeistert, um so erstaunter war ich über die gute Live Performance der neuen Stücke, wovon nicht wenige in das Set eingebaut wurden. Das wahrscheinlich schlimmste, bzw. »Tanzwut untypischste« Stück »Im tiefen Gras« hatte dann zumindest den Showeffekt, die halbe Band coll mit Sonnenbrille auf der Bühne zocken zu sehen.
Als dann nach fast 90 Minuten die Band das erste mal die Bühne verliß, war ein nicht unerheblicher Teil des Publikums verschwunden. Ich denke nicht, dass es an der Band lag, jedenfalls nutzte der Rest den gewonnenen Platz zum Abfahren, vielleicht war's einfach zu spät, da Tanzwut erst nach 23 Uhr begonnen hatten ... sei's drum.
Als die Zugabe mit dem obligatorischen »Götterfunken« abschloß, erwartete ich eigentlich das Ende, es ging jedoch kein Licht an, keine »Pausenmusik« wurde gespielt.
Nach mehreren Minuten enternten Tanzwut dann noch einmal die Bühne, um uns mit »Signum Ignitum« den würdigen Abschluß zu bieten. Zur Hälfte des Stückes tauschten die Bandmitglieder ihre Instrumente gegen Trumscheite aus, um den Song darauf zu beenden. Als optisches Hightlight waren die Trumscheite beleuchtet bzw. rot leuchtend. Ein eindrucksvolles Bild ergab sich dem Publikum, als die Band sich bei verdunkelter Bühne mit den Instrumenten, präsentiert im Bild des Covers der jüngsten CD. EIn erhebender, nachhaltiger Abschluß des Abends und wie immer ein gelungenes Tanzwut Konzert - eine echte Liveband eben.

Frank M.

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Interviews:

Interview: Tanzwut, 06.05.2006 Keinen Bock auf Ritterrock

Live-Reviews:

16.08.2007 bis 18.08.2007: Summer Breeze 2007 (Dinkelsbühl)
23.10.2001: Tanzwut (Ballhaus Felsenkeller, Höxter)


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