Interviews

Arch Enemy (20.02.2002)

Ich weiß wie es ist Fan zu sein

Hi, wie geht es dir?

Mir geht es sehr gut, dies ist mein letztes Interview für heute, damit endet ein recht stressiger Tag. Ein Interview nach dem anderen.

Na, dann gleich mal frisch ans Werk. Ihr habt eine neue Scheibe draußen, Wages Of Sin, erzähl doch mal bitte etwas mehr dazu.

Es ist natürlich unser bestes Album bisher, ha, ha. Andy Sneap zeichnet sich für die Produktion mitverantwortlich, wir haben einen umwerfenden Sound auf der Scheibe. Aber auch sonst sind viele Fortschritte im Songwriting zu hören, dank unserer neuen Sängerin Angela. Es ist eine Gesamtverbesserung gegenüber unseren alten CDs.

Wie kommt es, daß die CD erst jetzt in Europa veröffentlicht wird, in Japan ist sie ja schon seit einiger Zeit zu haben?

Das lag an unserem Managment Sanctuary, sie sprachen mit Century Media über eine Verbesserung unseres Deals. Das zog sich sehr lange hin, der übliche Businesscheiß eben. Aber jetzt ist ja glücklicherweise alles unter Dach und Fach. Wir haben die besseren Konditionen bekommen.

Kommen wir mal zum Line-Up Wechsel der bei Arch Enemy stattgefunden hat, was gibt es dazu zu sagen?

Nun, wir kamen von der US-Tour mit Nevermore zurück und schrieben sofort neue Songs. Aber es fühlte sich nicht so an, als könnte Johan (ex - Sänger der Band. Anm.d.Verf.) das mittragen. Daher die Änderung, zumal unsere früheren Alben auch immer wegen der Vocals kritisiert wurden, genauso unsere Liveperformance. Das war nicht einfach für uns, da wir auch schon vor Gründung der Band befreundet waren. Zum Glück hat Johan es aber verstanden und es nicht zu persönlich genommen.

Hattet ihr schon Auftritte ihm neuen Line-Up?

Nein, noch nicht. Wir fliegen in zehn Tagen nach L.A. wo wir unseren ersten Auftritt haben werden. Danach geht es dann gleich auf Japan Tournee.

Können wir euch denn auch in Deutschland noch dieses Jahr sehen?

Absolut! Deutschland ist eines der wichtigsten Länder für Heavy Metal Musik.

Probt ihr eigentlich oft mit der Band oder ist es eher so, daß jeder Musiker für sich selber übt?

Wir proben sehr, sehr oft zusammen. Gerade vor einer Tour oder einem Studiotermin, dann proben wir jeden Tag. Ich mag das so, es gibt zwar auch manchmal etwas längere Pausen wo wir uns nicht sehen aber generell bin ich immer für so viele Proben wie es nur geht.

Wie schreibt ihr einen Song? Zuerst über ein Riff oder ist der Text zuerst da, danach erst

die Musik?

Das ist jedes Mal verschieden. Das ist ja auch gerade das schöne, es ist immer anders und etwas Besonderes einen Song zu schreiben da kommt keinerlei Routine auf. Jeder Song ist bei uns ja auch anders, wir versuchen immer so dynamisch wie möglich zu sein. Wir wollen brutale, schnelle Sachen machen, keine Keyboards oder so ein Gothiczeugs. Wir sind mit Bands wie Megadeth, Slayer, den älteren Thrashsachen aufgewachsen, das hat uns geprägt.

Wie wichtig sind Arch Enemy die Lyrics dabei?

Oh, sie sind sehr wichtig, ich mag es mit Worten zu spielen, ich würde nie Nonsens Texte schreiben. Alles muss stimmen, Musik, Texte und auch die ganze Verpackung, alles muss cool sein. Nimm als Beispiel Cannibal Corpse, da stimmt alles, die brutale Musik, die Cover und auch die coolen Texte, die schreiben eben wie einer Frau der Kopf abgeschlagen wird, finde ich witzig, ähhh ja, wie gesagt, es funktioniert eben für sie. Das war jetzt nur ein Beispiel.

Hast du ein spezielles Ziel, das du mit Arch Enemy erreichen möchtest?

Ja, das habe ich. Wir wollen die besten sein! Für uns steht das schon fest, jetzt müssen wir nur noch den Rest der Welt überzeugen. Das ist kein Spruch! Das ist exakt was ich glaube, tief in meinem Herzen. Ich glaube daran, dass wir die Besten sind! Der zweite Platz zählt nicht. Wenn ich nicht dahinter stehen würde, hätte es keinen Sinn diese Band aufzubauen. Und wenn ich nicht der Beste sein kann was die Verkaufszahlen angeht, dann eben künstlerisch auf meinem Instrument.

Kannst du von deiner Musik leben?

Gott sei Dank gibt es die japanischen Fans! Ja, wegen unseres Japan Deals kann ich recht gut von der Musik leben. Das ist eine coole Sache. Es ist ein gutes Gefühl sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Wir werden mit jedem Album größer dort. Mittlerweile sind wir die größte Band in diesem melodischen Death Metal Bereich in Japan. Die Verkaufszahlen von Wages Of Sin sind äußerst gut. In Europa müssen wir da erst noch hinkommen.

Was war dein bestes Erlebnis on stage?

Ach, das kann ich nicht so genau sagen. Es ist immer klasse. Klar gibt es auch schlechte Erlebnisse. Ich gebe aber immer alles, egal ob wenig oder viel Zuschauer da sind. Ich weiß wie es ist ein Fan zu sein, einen Tag frei zu nehmen um seine Lieblingsband zu sehen, da wäre es einfach unfair nicht 100% zu geben. Desweitern versuchen wir immer den längstmöglichen Set zu spielen, selbst wenn ich mal nicht gut drauf bin. Das sind wir den Fans einfach schuldig!

Wie bist du zur Musik und zum Metal gekommen?

Das hat bei mir ganz früh angefangen, ich war als Kind riesiger Elvis Fan, mein ganzes Zimmer war voll mit Elvis Postern. Danach bin ich auf die Beatles gestoßen, dann ging es weiter über die Sex Pistols zu Motörhead und Tank. Ich stand und stehe mehr auf so rohe Sachen, ich war nie ein großer Iron Maiden Fan zum Beispiel. Danach kamen immer härtere Sachen. Ich höre auch gerne Punk und Hardcore Sachen wie Discharge und G.B.H.
Früher gab es in Dänemark eine Metal Show im Radio, da hörte ich eines Nachts ein Interview mit einem dänischen Musiker, da ich dänisch nicht verstehe habe ich auch nichts von dem Gespräch mitbekommen. Aber anschließend spielten sie die ersten Songs des Debütalbums der Band, das gerade erschien. Es hat mich total umgehauen, Metal Miltia, No Remorse, Motorbreath usw. Die erste Metallica, ich liebe diese Scheibe. Ich dachte erst sie wären eine dänische Band, ha, ha, das sie aus den Staaten kommen habe ich erst später mitbekommen.

Was sind denn im Moment deine drei Lieblingsscheiben?

Das ist schwierig, aber auf jeden Fall Nevermore - Dead Heart In A Dead World. Das ist eine Scheibe die mich immer noch total umhaut! Dann Testament - First Strike Is Still Deadly, klasse Songs. Und die Judas Priest Collectors Box, alles klasse Scheiben.

Das bringt mich zur letzten Frage für heute, was für ein Auto fährst du, das fragen wir übrigens alle Musiker.

Ich habe gar keinen Führerschein.

Oh nein! Jeder Schwede den ich interviewe hat keinen Führerschein.

Ja, so ist das hier in Schweden, ha,ha…wenn ich jedoch einen hätte würde ich einen Van fahren. Da kann ich Parties feiern, meine ganze Ausrüstung transportieren und in Ruhe Frauen entführen (lacht).

Dann danke ich dir für das Interview, einen schönen Abend noch.

Ja dir auch, ciao.

Lars

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CD-Review: Arch Enemy - Wages Of Sin

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