Interviews

Calabrese (17.06.2008)

Die großartigste Horror Rock Band der Welt?!

Calabrese haben mich mit einem Schlag völlig überrollt. Unbekannter Name, zweifellos gutes Cover, aber Horror Punk? Ich dachte immer, dass das nicht so ganz mein Fachgebiet ist. Wie kann man sich doch irren! Calabrese aus den USA haben mir mit ihren feinen Melodien auf »The Traveling Vampire Show« so richtig schön die Birne schwindelig gespielt und nun sitze ich zwanzig CD Durchläufe später hier und erfreue mich an dem kurzen flotten Interview mit den sympathischen Burschen. Egal ob ihr nun auf Horror Punk, Misfits, Hardcore oder Metal steht, ich denke mit Calabrese kann nun wirklich jeder etwas anfangen, der auf Melodie und Härte steht. Jimmy Calabrese stand mir für euch Rede und Antwort!

Dirk: Moin! Obwohl ihr eine fette Myspace Fangemeinde habt und obwohl ich tonnenweise enthusiastische Kritiken zu eurem ersten Album »13 Halloweens« gefunden habe, sollten Calabrese in unseren Breitengraden noch relativ unbekannt für die breite Masse sein. Wer sind denn jetzt die gruseligen Brüder hinter Calabrese? Seid ihr eigentlich wirklich Brüder wie ich lesen konnte?

Jimmy: Ja, es stimmt wirklich, dass wir Brüder sind! Wir sind besessen vom Tod, vom Paranormalen und vom Horror, weisste, einfach so wie du und jeder andere auch!

Äh, ok. Ihr spielt »Horror Punk«, der den Misfits ziemlich ähnlich ist und vor allem die Stimme erinnert ganz stark an Glen Danzig. Normalerweise ist dieses Genre ziemlich verschlossen für »normale« Punk und Metal-Hörer wie mich. Was also ist das ganz spezielle Calabrese Markenzeichen, welches alle Genregrenzen zu durchbrechen scheint und euch ganz sicherlich zum Erfolg führen wird? So richtig auf den Punkt kann ich das alles einfach nicht bringen, aber es hört sich verdammt stark an …

Wir versuchen unseren Stil nicht zu begrenzen und wir experimentieren auch ganz gerne. Wir versuchen mit jeder CD zu wachsen. Ich denke die Metal Fans mögen unseren Sound, weil auch wir Metalfans sind. Unsere Einflüsse beziehen wir nicht alleine aus dem Punk, aber wir sind schon beeinflusst von Bands wie Black Sabbath zu Ozzy Tagen, Type O Negative, Pantera, White Zombie, Danzig und Slayer, nur um einmal ein paar Bands zu nennen.

Warum liebt ihr gerade diese gruuuuuuseligen Texte? Eure Texte sind zweifellos fiktiv – Ist Calabrese vielleicht dennoch eine Band, die sich mit »wirklichen« Themen beschäftigt, sich sozial oder politisch interessiert bzw. engagiert, oder seid ihr da lediglich auf diesen Horroraspekt fixiert?

Wir verstehen uns als Entertainer. Wir wollen nicht, dass die Leute wie wir denken oder so oder dass sie die Welt verändern. Ich denke einfach, dass sich jeder in unseren Texten wiederfinden kann, weil jeder am Tod interessiert ist, an selbigem führt ja auch kein Weg vorbei.

Zweifellos …
Eure Singalong Melodielinien berühren mich wirklich und gehen durch Mark und Bein. Ich muss eure CD einfach immer wieder und immer wieder hören. Welche Band hat euch dahingehend bloß beeinflusst?

Unser Haupteinfluss ist Glen Danzigs unheiliges Dreiergespann aus Misfits, Samhain und Danzig. Ich kann nicht erklären warum, es ist einfach Schicksal. Warum brennt Holz? Es ist einfach etwas ganz Elementares.

Wie schreibt ihr Songs als drei Brüder? Ist da einer unter euch, der die Songs alleine schreibt? Wo und wie habt ihr denn das neue Album aufgenommen? Nutzt ihr auch diese moderne Zeug wie etwa Trigger, Pro-Tools etc.?

Für einen tiefen Einblick in unseren Songwriting Prozess könnt ihr euch meinen Blog unter http://calabrese666.blogspot.com ansehen. In Kürze werde ich da auch Infos über den Aufnahmeprozess posten.

Ist es kein Problem, sich immer mit seinen Brüdern arrangieren zu müssen? Ich denke es dürfte schwierig werden da einen rauszuwerfen wenn es mal Probleme gibt, oder?

Ich denke wir könnten jeden von uns ersetzen wenn es sein muss, vor allem weil nie jemand glaubt, dass wir Brüder sind. Wie auch immer, ich denke schon, dass die Tatsache, dass wir Brüder sind, uns zusammenschweißt und uns beieinander bleiben lässt.

Kommt denn da eigentlich bald mal eine Europa oder Deutschland-Tour auf uns zu? Wart ihr überhaupt schon mal hier? Wisst ihr irgendetwas über unsere Szene hier?

Nach unserer Europaveröffentlichung von »The Traveling Vampire Show« planen wir tatsächlich nach Europa und Deutschland einzufallen, aber bisher wurde da leider noch nichts bestätigt. Aus Gesprächen mit Bands, die bereits in Deutschland gespielt haben weiß ich nur, dass sie es allesamt super fanden. Wir waren noch nie außerhalb der Staaten, aber wir haben gehört, dass die Deutschen sehr enthusiastisch sind und in der Musikszene sehr aktiv, so dass wir uns wirklich freuen.

Welche Band wäre denn die optimale Tourbegleitung? Träumen ist erlaubt!

Na mit Danzig natürlich!

Na wen wundert das, ha ha. Apropos Bühne: Was war euer bisher größter Bühnenerfolg?

Wir hatten unsere größten Auftritte in Kalifornien und Texas. Die Szene dort ist nicht so stark wie in Arizona, aber wir arbeiten daran genau das zu verändern.

Mit welchen Bands steht ihr denn in guten Kontakt? Seid ihr so eine richtige Szeneband, die ordentlich im Underground herumwirbelt?

Wir sind stolz darauf, Teil des Undergrounds zu sein. Wir versuchen so stark wie möglich DIY zu bleiben. Ein Teil der Horror Gemeinschaft zu sein ist der einzige Weg zu überleben. Da gibt es ein Netzwerk von Bands und Fans, sie zusammen machen die Szene stark und halten sie lebendig.

Ihr habt unzählige coole Shirts und Merchandise Artikel herstellen lassen. Ziemlich kurios für eine junge Band wie euch oder nicht? Legt ihr es darauf an von Calabrese leben zu können? Was bedeutet euch in diesem Zusammenhang denn Erfolg?

Erfolg bedeutet für mich mit den Fans verbunden zu sein. Wir versuchen die Leute für die dunklen Dinge zu begeistern und zu interessieren. Es macht einen großen Spass mit selbigen Leuten abzuhängen. Es ist eine Ehre wenn uns Fans durch das Tragen unserer Shirts unterstützen, auch weil der Bandname unser Nachname ist, macht das die ganze Sache noch persönlicher.

Ihr erklärt, dass ihr der Welt großartigste Horror Rock Band seid. – Mit einem Lächeln auf den Lippen oder müssen wir hier Angst von einer arroganten Rock Band haben?

Du wagst es unsere Überlegenheit in Frage zu stellen? Ich entsende einen Fluch auf dich und deine Familie!

Uhhhhh, gruselig, ha ha. Horror Punk lebt vom Visuellen, immer klebt da auch etwas comichaftes dran. Wie könnt ihr denn dieses ganz spezielle Feeling auf einer Bühne reproduzieren?

Wir sind uns absolut sicher: Wenn wir die Bühne entern und wenn die Meute zusammenkommt, dann merkst du, wie sich die Aura im Raum verändert und alles zu einer Party wird.

Eure Webseite ist ziemlich professionell und ziiiiiiiemlich gruselig aufgemacht. Arbeitet von euch jemand mit Computern oder als Designer im richtigen Leben?

Wir versuchen dadurch die gleich denkenden Leute mit demselben Geschmack anzuziehen wenn es um die Gestaltung geht. Wir könnten eine Menge Geld sparen wenn wir Ahnung von Computern hätten.

Seid ihr dieselben Gruselbrüder im normalen Leben oder ist das mehr wie eine Art Schauspieler zu sein wenn ihr mit Calabrese spielt?

Ich versichere dir, wir sind authentisch und real. Unsere Fans würden merken, wenn wir ihnen etwas vormachen. Das Paranormale und das Okkulte haben in der Öffentlichkeit in letzter Zeit große Aufmerksamkeit erfahren, so dass wir mit unserer Besessenheit da nicht alleine sind.

Stellt euch doch mal eine Frage, die ihr noch nie zuvor gestellt bekommen habt und beantwortet diese so gruuuuuuselig (oder betrunken) wie ihr möchtet, ha ha.

Warum liebt ihr eure Fans?

Wir lieben unsere Fans weil wir die kreativsten, artistischsten und frei denkendsten Menschen gewinnen wollen. Sie erinnern uns an uns selbst.

Aha. Äh öh. An Selbstbewusstsein mangelt es euch nun wirklich nicht. OK. Muss ich das verstehen? Vielleicht hab ich das auch nur schlecht übersetzt, ha ha. Letzte Worte gehören wie üblich euch!

Besucht unsere Webseite www.calabreserock.com und tragt euch in unsere Mailingliste ein (es gibt auch etwas Abzustauben dabei), nutzt unser Messageboard und erzählt euren Freunden von Calabrese!

Nichts lieber als das ...

Dirk

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