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Motörhead - Live At Brixton Academy

(Spielzeit: 105 min./VÖ: 17.11.2003)
Motörhead - Live At Brixton Academy

Nanu? Rechtzeitig zum Geburtstag flattert mir doch glatt das aktuelle Motörhead-Livealbum auf den Tisch. Eine Überraschung, wie sie gelungener nicht hätte sein können!
Das erfolg-reichste und kultigste Hardrocktrio der Geschichte wartet mit einem Live-Album auf, das es wiedereinmal mächtig in sich hat. Die Namen der zahlreichen Klassiker aufzuzählen, erübrigt sich fast von selbst. Bis auf Rock 'n' Roll ist auf Live At Brixton Academy so ziemlich alles vertreten, was diese Band im Laufe der Zeit zu einer Legende werden ließ.
Stücke wie Going To Brazil, The Chase Is Better Than The Catch, Dead Men Tell No Tales, Orgasmatron, We Are Motörhead, Metropolis, Iron Fist, No Class, Civil War, Broken, Ace Of Spades, Bomber, Overkill etc. geben einen (trotz diverser Line-up-Wechsel in früherer Vergangenheit) recht interessanten Einblick in über ein Viertel Jahrhundert Bandgeschichte, nein sie beweisen es: die Legende lebt!
Die Gralshüter des Metals sind nach wie vor im Geschäft und blasen spielerisch mit ihrem jederzeit ehrlichen, treibenden dreckigen Rock 'n' Roll noch immer gnadenlos alles, ich wiederhole: alles, an die Wand, was auch nur halbwegs eine Gitarre halten kann! Aller Kommerz verlischt, wenn das Warpig am Horizont erscheint, um den ganzen schleimigen Kommerzmüll mit der Wucht einer gigantischen Stahlwalze zu zermalmen! Diese Combo benötigt weder Plastikspielzeuge noch aufgesetzte Heldenimages, Burgen, Schwerter, noch Glimmer, Glamour, riesige, Leuchtbuchstabenlogos noch umgedrehte Kreuze, noch umgedrehte Pentagramme und erst recht keine Drumcomputer, Dudelsäcke, Synthesizer und all den ganzen albernen Schnickschnack, um eine astreine Rock 'n' Roll Performance zu liefern, die sich jederzeit gewaschen hat! Sogar die Born to Raise Hell-Liverversion, bei der Lemmy zusammen im Duett mit Doro und Whitfield Crane singt, ist auf diesem gelungenen Live-Doppeldecker enthalten!
Ein Bass, ein Schlagzeug, eine Gitarre und dazu Lemmys unverwechselbares Whiskyglasorgan - reichen völlig aus, um eine ganze Bühne in Schutt und Asche zu legen und dem Publikum wirklich bis zum letzten Ton gnadenlos den Rest zu geben! Eingefleischte Motörheadfans wissen, was sie zu erwarten haben, wenn sich diese zu den dienstältesten Formationen des harten Rocks gehörende Institution, die zu den ganz wenigen noch verbliebenen echten Hardrock-Kapellen überhaupt auf unserem Planeten gehört, die Ehre gibt. Motörhead ist eine Band, die schon immer die Gemüter gespalten hat, diesbezüglich gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder man liebt sie oder man hasst sie! Jene Band, die den heutigen Rock 'n' Roll beeinflußt hat wie keine zweite nach ihr. Zahlreiche schwedische Schweinerockcombos würde es heute ohne Motörhead definitiv nicht geben!
Ein Doppeldecker, der für Anhänger der Rock 'n' Roll Legende in vielerlei Hinsicht interessant sein dürfte, da man hier erstens genug value for money geboten bekommt, zweitens einige Stücke darauf enthalten sind, die man nicht immer live von Lemmy und Co. zu hören bekommt und drittens sich die Institution des Hardrocks in prächtiger Spiellaune befand, was sich an diesem Abend auch hörbar auf die Fans übertrug, die sich desöfteren lautstark bemerkbar machten und viertens zahlreiche Gastauftritte von mit Motörhead befreundeten Musikern wie z.B. Doro, Fast Eddie, Whitfield Crane etc., Specials und Jokes ähnlich wie auf dem gleichnamigen Video darauf enthalten sind.
Alle Freunde des dreckigen, rotzigen Rock 'n' Rolls, die es gern erdig und groovig mögen, kommen mit diesem feinen Doppelpack voll auf ihre Kosten. Dieses Livealbum ist absolut ehrlich, ungekünstelt. Live At Brixton Academy schließt selbst Spielfehler mit ein, ist mit jeder gespielten Note deftig, roh und ungeschliffen! Auf diesem Doppeldecker präsentiert sich nicht irgendeine Kapelle, sondern ein Trio, dessen Motto, dreckig, laut und voll auf's Maul selbst nach gut dreißig Jahren nach wie vor immer noch für bare Münze genommen werden kann, zumal Lemmy und seine beiden Mitstreiter Mikky Dee und Phil Campell jede Menge lustige Jokes auf's Album gebracht haben. So lieben ihre Fans Lemmy und Co.
Fazit: sollte man sich als Metalfan auf jeden Fall zulegen! Jede weitere Zeile erübrigt sich: laut Aufdrehen, im Player durchlaufen lassen und abfeiern, dass die Schwarte kracht!

Toschi

 Tracklist:
  1. We Are Motörhead
  2. No Class
  3. I'm So Bad (Baby I Don't Care)
  4. Over Your Shoulder
  5. Civil War
  6. Metropolis
  7. Overnight Sensation
  8. God Save The Queen
  9. Born To Raise Hell
  10. The Chase Is Better Than The Catch
  11. Stay Out Of Jail
  12. Dead Men Tell No Tales
  1. You Better Run
  2. Sacrifice
  3. Orgasmatron
  4. Going To Brazil
  5. Broken
  6. Damage Case
  7. Iron Fist
  8. Killed By Death
  9. Bomber
  10. Ace Of Spades
  11. Overkill
Discographie:
1977 - Motorhead - Chiswick Records
1979 - Overkill - Bronze Records
1979 - Bomber - Bronze Records
1980 - Ace Of Spades - Bronze Records
1981 - No Sleep 'til Hammersmith - Bronze Records
1982 - Iron Fist - Bronze Records
1983 - Another Perfect Day - Bronze Records
1984 - No Remorse - Bronze Records
1986 - Orgasmatron - GWR Records
1987 - Rock 'n' Roll - GWR Records
1988 - No Sleep At All - GWR Records
1991 - 1916 - Epic Records
1992 - March Or Die - Epic Records
1993 - Bastards - ZYX Records
1995 - Sacrifice - CMC International Records
1996 - Overnight Sensation - CMC International Records
1998 - Snake Bite Love - CMC International Records
1999 - Everything Louder Than Everyone Else - CMC International Records
2000 - The Best Of Motorhead - CMC International Records
2000 - We Are Motorhead - CMC International Records
2002 Review ansehen ... Hammered - SPV
2003 Review ansehen ... Live At Brixton Academy - SPV
2004 Review ansehen ... Inferno - Steamhammer Records
2006 Review ansehen ... Kiss Of Death - Steamhammer Records
weitere Infos:

Homepage www.imotorhead.com

Label: SPV


weitere Links
CD/DVD-Reviews:

CD-Review: Motörhead - Hammered
CD-Review: Motörhead - Inferno
DVD-Review: Motörhead - Stage Fright
CD-Review: Motörhead - Kiss Of Death

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